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„Die Odyssee“: Christopher Nolan macht die Heldensaga zu weit mehr als einer tragischen Abwärtsspirale

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Ein griechisches Epos, Christopher Nolan und 70-mm-IMAX: „Die Odyssee“ klingt auf dem Papier direkt schon nach dem maximalem Kino-Pathos. Und genau das ist der Film auch. Nolan nimmt Homers epischen Stoff um Odysseus (Matt Damon) und macht daraus kein leichtfüßiges Abenteuer, sondern eine wuchtige Reise durch Ehre, Verantwortung, Macht und die Frage, wie viele schlechte Entscheidungen ein Held eigentlich treffen kann, bevor aus Ruhm nur noch Ruin wird.

Nach dem Trojanischen Krieg will Odysseus zurück nach Ithaka, doch dieser Heimweg fühlt sich weniger wie eine klassische Heldensaga an als eine immer enger werdende Falle. Götter, Monster, Männer mit zu großem Ego: Fast jede Station bringt eine neue Prüfung, aber auch eine neue Gelegenheit, alles noch schlimmer zu machen. An manchen Stellen wirkt „Die Odyssee“ fast wie eine mythische Version von „dumb ways to die“ — nur eben mit deutlich mehr Pathos, Schicksal und sehr ernst gemeinten Blicken in die Ferne.

Spannend ist dabei, dass Nolan die toxische Männlichkeit seines Helden nicht einfach nur ausstellt. Lange kreist der Film um Stärke, Kontrolle und Ehre, gegen Ende verschiebt sich der Blick aber spürbar. Aus dem großen Mann, der alles überstehen will, wird zunehmend jemand, der begreifen muss, was sein Überleben eigentlich gekostet hat. Diese späte Reflexion gibt der ganzen Abwärtsspirale noch einmal einen anderen Sinn und macht aus dem Epos mehr als nur ein besonders teures Muskelspiel.

Trotz riesigem Cast und gewaltiger Bilder bleibt „Die Odyssee“ überraschend gut greifbar. Gerade im Vergleich zu Nolan-Blockbustern wie „Tenet“ oder „Inception“, die oft genial und gleichzeitig ziemlich diffus wirken, erzählt dieser Film erstaunlich klar: Ein Mann will nach Hause, aber steht sich, seinem Stolz und seinem Schicksal immer wieder selbst im Weg. Der Haken: Wer als Held loszieht, kommt nicht automatisch als besserer Mensch zurück.

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