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Diese 10 Songs werden euch mit K-Pop anfixen!

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K-Pop ist ja nun wirklich keine kleine Bubble mehr. Acts wie Blackpink, BTS und Stray Kids haben in den letzten Jahren auf der ganzen Welt gepunktet und nicht nur K-Pop-Fans mit ihren Hits und Konzerten eingefangen. Trotzdem gibt es immer noch viele Vorbehalte gegen Popmusik made in Korea. Zuckersüße Boygroupmucke sei das. Industriell gefertigte Musik von knallhart gedrillten Idols. Teenagerquatsch. So was hört man immer wieder.

Diese Vorurteile kommen natürlich nicht von ungefähr. Die meisten K-Pop-Band werden tatsächlich von großen Produktionsfirmen gecastet und vorher über einige Jahre ausgebildet. Außerdem gibt es zahlreiche Berichte über die Härten dieses Idol-Systems, die aber zu selten in den Kontext der koreanischen Gesellschaft gesetzt werden, deren Arbeitswelt generell sehr auf Leistung und Drill ausgerichtet ist.

Trotzdem machen viele K-Pop-Songs einen Höllenspaß und entstehen im Übrigen recht oft in Zusammenarbeit mit amerikanischen, schwedischen oder englischen Songwriter:innen und Produzent:innen. K-Pop war nämlich schon immer schamlos gut darin, sich andere Stile anzueignen und etwas Eigenes draus zu machen. Deshalb haben wir hier mal einige Songs versammelt, die musikalisch gar nicht so weit entfernt sind von der Musik, die wir sonst hier verhandeln.

Le Sserafim – „Crazy“

Die Idee zu diesem Artikel kam uns, als wir bei TikTok diesen Clip von Papaplatte fanden. Er reagierte kürzlich bei Twitch auf einige K-Pop-Videos und erzählte, dass sein Erstkontakt mit dieser Welt durch den BTS-Song „MIC Drop“ im Remix von Steve Aoki zustande kam. Aber es war auch ein aktueller Track, der ihn kickte …

Le Sserafim sind gerade eine der spannendsten Girlbands aus Korea, gaben im vergangenen Jahr ihr Coachella-Debüt und performten auch bei den VMAs von MTV. „Crazy“ ist einer von vielen Hits aus dem letzten Jahr und balanciert irgendwo in der Mitte zwischen stulle und genial, was vor allem diese Textzeilen beweisen: „All the girls are girling, girling / All the girls are girling, girling / All the girls are girling, girling / All the girly girls (what?)“

Yeonjun – „GGUM“

Wo wir gerade schon bei crazy klingenden Songs sind: Auch Yeonjun, der Mitglied der Boyband Tomorrow x Together ist, setzt in seinem Solotrack auf nervig-brillante Sounds und einen sehr eigenen Rapstil. Diese Mischung aus sweeten Hooks und Rap-Parts findet man in vielen K-Pop-Songs.

LISA – „New Woman“ feat. Rosalía

Blackpink dürfen in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Da wir aber bei aktuellen Songs bleiben wollen, konzentrieren wir uns auf die Solonummern der Mitglieder. Zumindest Lisa, Jennie und Rosé sind nämlich gerade im Alleingang unterwegs, während Jisoo gerade schauspielert und bald in einer Zombie-Serie zu sehen ist. Am besten war sicher LISAs Track „New Woman“ – ein Duett mit dem katalanischen Weltstar Rosalía. Kooperationen dieser Art gibt es im K-Pop recht oft, weil viele westliche Musiker:innen irgendwann schnallen, dass diese Bands und Idols sie in Sachen Streamingzahlen locker in den Sack stecken.

Matt Champion & Jennie – „Slow Motion“

Und wo wir gerade bei den Blackpinks sind … Rosés und Bruno Mars‘ „APT.“ kennt man ja inzwischen, diese Kombi wiederum haben noch nicht so viele mitbekommen: Matt Champion of Brockhampton Fame singt hier mit Jennie eine wundervolle Rap-Indie-irgendwas Ballade und holte sie kürzlich beim Camp Flog Gnaw Festival von Tyler, The Creator in Los Angeles (hier gibt’s unseren Nachbericht) sogar auf die Bühne.

Aespa – „Whiplash“

Auch die koreanische Girlgroup Aespa hat gerade einen Lauf. Waren ihre Releases 2023 teilweise etwas gewöhnlich, rauschten sie in diesem Jahr mit Singles wie „Armageddon und „Whiplash“ durch die K-Pop-Charts und zeigen, wie futuristisch K-Pop klingen und aussehen kann.

Stray Kids – „Walking On Water“

Da BTS noch immer pausieren, weil die Mitglieder ihren Militärdienst absolvieren (ja, der gilt in Korea auch für Popstars), sind die Stray Kids gerade die mit Abstand erfolgreichste Boyband des Landes. Und ein Act, der viele Vorurteile widerlegt: Ähnlich wie bei BTS schreiben und produzieren die Stray Kids nämlich große Teile ihrer Songs mit. Außerdem haben sie gleich mehrere fantastische Rapper und Sänger und sind in ihren Choreografien ziemlich tight. In diesem Jahr spielen Stray Kids übrigens auch Stadion-Konzerte in Europa – die teilweise noch schneller ausverkauft waren als die Taylor-Swift-Gigs. Dieser Track ist die Leadsingle ihres aktuellen Albums „HOP“, das ihre Begeisterung für den US-Rap der Neunziger recht unverhohlen in den Mittelpunkt stellt. Was K-Pop-historisch durchaus Sinn macht, da der Urknall von K-Pop („I Know“ von Seo Taiji and Boys aus dem Jahr 1992) stark vom East- und Westcoast-Rap der Zeit geprägt war.

Big Bang – „Bang Bang Bang“

Wo wir gerade schon in der K-Pop-Historie sind: Eine der erfolgreichsten Bands der letzten Dekade, die sogar den Sprung nach Amerika schaffte, war und ist Big Bang. Die entdecken gerade viele über die zweite Staffel von „Squid Game“ noch einmal neu. Dort gibt’s nämlich einen fies-lustigen Character namens Thanos. Er ist ein erfolgloser, verschuldeter Rapper, der tatsächlich von einem Rapper gespielt wird – nämlich von Choi Seung-hyun alias T.O.P., der bis vor einigen Jahren Teil von Big Bang war. Deren größter Hit heißt übrigens, kein Scherz: „Bang Bang Bang“. Bandleader G-Dragon ist übrigens auch solo sehr erfolgreich – checkt unbedingt seine aktuelle Single „Power“ aus.

New Jeans – „ETA“

Ob des diese tolle junge Band noch lange gibt, steht leider in den Sternen. New Jeans, deren jüngstes Mitglied Hyein beim Debüt im Jahr 2022 übrigens erst 14 war, tragen nämlich gerade einen beispiellosen Disput mit ihrer Produktionsfirme HYBE und deren Unterlabel Ador aus. Das hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen. Aber das Ende von New Jeans wäre tragisch, denn ihre Y2K-Ästhetik und ihr Sound zwischen Indie, K-Pop und Liquid-Drum’n’Bass hat auch außerhalb des K-Pop-Fandoms viel Liebe erfahren. Sogar Rapstar Travis Scott spielte ihren Song „ETA“ auf einigen seiner Konzerte an, nachdem dieser in einem Twitch-Stream von JasonTheWeen prominent zum Einsatz kam. New Jeans arbeiteten von Anfang an mit Songwriter:innen aus dem Indie-Umfeld und bewiesen dabei durchaus Geschmack: So schrieben zum Beispiel freekind. und Erika De Casier für New Jeans.

Ateez – „Work“

Wenn ihr in naher Zukunft ein K-Pop-Konzert erleben wollt, hättet ihr am 18. Februar in Berlin die Chance, die Ateez live zu sehen. Die haben in den letzten Jahren mit Humor und Testosteron bewiesen, dass sie mehr als just another Boyband sind. Vor allem ihre Videos sind gerne mal etwas drübber, wie man hier sehen kann:

(G)I-DLE – „Wife“

Dieser Song hat im konservativen Südkorea Wellen geschlagen: Die Band (G)I-DLE macht sich in „Wife“ über das Frauenbild vieler Männer in Südkorea lustig. Die satirisch-bösen und sexuell aufgeladenen Metaphern sorgten dafür, dass einige große TV-Sender und Charts den Song aus dem Programm kickten.

Es gibt natürlich noch ein paar Dutzend mehr Songs, die man hier hätte vorstellen können. Wenn ihr nun ein wenig angefixt seid, gibt diese Playlist einen guten, aktuellen Überblick:

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