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Dieser eine Song: Alli Neumann – Banditen

Alina-Bianca Neumann wurde in Solingen als Tochter einer Polin und eines Deutschen geboren und verbrachte die ersten sechs Jahres ihres Lebens in Polen. Danach zog die Familie in ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein. Allis Leidenschaft für die Musik entfesselt sich, als sie eine Schallplatte von Connie Francis auf einem Flohmarkt entdeckt. Nachdem sie sich durch sämtliche Altenheime der Region gesungen hat wird die damals 14-jährige sogar unter Vertrag genommen, wofür sie die Schule abbricht und nach Hamburg zieht. Rückblickend bezeichnet sie diesen Schritt als „Oberkatastrophe“, war sie doch noch gar nicht bereit für diese Veränderung. Inzwischen ist sie froh darüber die Schule doch noch abgeschlossen zu haben und erst dann, im zweiten Anlauf, ins Musikgeschäft gestartet zu sein. In dieser Zeit merkte Alli nämlich, dass sie in Zukunft doch lieber auf Deutsch, statt auf Englisch singen möchte. Kurz bevor ihre erste EP „Hohes Fieber“ veröffentlicht wurde, zeigte Neumann, wie vielfältig und talentiert die junge Deutsch-Polin ist. In Kim Franks Spielfilm „Wach“ übernimmt Alli Neumann eine der beiden Hauptrollen, ohne große schauspielerische Vorerfahrung mitzubringen. Der Film gewinnt prompt den Grimme-Preis.
Die „Hohes Fieber“ EP erschien Ende 2018 mit fünf Songs, ehe ein halbes Jahr später bereits die „Monster“-EP mit nochmals fünf Songs veröffentlicht wurde. Größere Bekanntheit erlangte die Wahl-Hamburgerin vor allem mit ihren Gastbeiträgen auf den Songs von Trettmann und KitschKrieg. Doch Alli Neumann will nicht nur Musik veröffentlichen, sondern diese auch live performen. Im Winter 2019 spielte sie ihre erste eigene Tour, die fast überall ausverkauft war. Im Frühjahr 2020 sollte es eigentlich weitergehen, doch auch hier machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Ganz auf Alli Neumann verzichten muss aber auch 2020 niemand: Seit dem vierten Dezember ist auf Netflix der Film „Wir können nicht anders“ zu sehen, in dem Alli Neumann wieder eine der Hauptrollen spielt.

Alli Neumann – Banditen

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Vergleiche mit Nena, Nina Hagen und Falco nerven Alli, doch gänzlich unbegründet sind diese nicht. E-Gitarre, Synthesizer, Piano und eine raue, markante Stimme – aus diesen Zutaten kreiert die Musikerin ihren „Alternative Pop“, der seines gleichen sucht. In ihren Texten behandelt sie Themen wie Liebe, Sehnsüchte und die Suche nach dem inneren Monster und gibt damit auch Einblicke in ihre eigene Gefühlswelt. In „Banditen“ geht es nicht etwa um den klassischen Banditen in Wild-West-Manier, der Wertgegenstände stiehlt und sich mit diesen aus dem Staub macht, sondern um Banditen, die wesentlich filigraneres klauen, wie Gefühle aller Art. Dabei muss man dem Banditen aber gar nicht böse sein, kann er doch auch die negativen Gefühle mitgehen lassen: „Und so einiges, das mich zerstört hast du einfach gestohlen und ich bin empört. Gib mir die Demut zurück, auch wenn sie mich erdrückt und auch die Unwissenheit, dass es jedes Jahr schneit. Ich will gar nicht wissen, was du mir bietest, in der Retrospektive war das eh keine Liebe.“ Alli Neumanns ohne hin schon kraftvolle Stimme wird auf „Banditen“ nochmals von extravaganten Synthesizer-Sounds unterstützt und der simple Schlagzeug-Rhythmus sorgt dafür, dass das Hauptaugenmerk auf eben jener markanten Stimme liegt.

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