Dieser eine Song: Casey – Hell
Bereits im Jahr 2014 gründete sich die Band Casey, damals allerdings noch unter dem Namen „Well Wisher“. Zunächst bestand die Band lediglich aus Sänger Tom Weaver sowie Gitarrist Liam Torrance und war eher als Studioprojekt geplant. Wenig später stießen mit Max Nicolai, Toby Evans und Scott Edwards allerdings drei Musiker hinzu, die aus dem Studioprojekt eine vollwertige Band machten. Kurz darauf bewarb sich Sänger Tom Weaver allerdings auf den Posten des Frontmanns bei der australischen Metalcore-Band Northlane, wodurch es erstmal ruhig um die Band aus South Wales wurde. Da aus dem Arrangement bei Northlane nichts wurde, konnte die Band gemeinsam unter neuem Namen starten. Der Wechsel des Bandnamens von „Well Wisher“ zu „Casey“ ist der Liebe von Tom Weaver zum Album „Casey“ der Band The Rise of Science geschuldet und gleichzeitig eine Hommage an den verstorbenen Gitarristen Casey Calvert. Mit nur drei Songs im Rahmen der Fade-EP im Repertoire ging es für die Waliser bereits auf Tour um Supportshows für unter Anderem Capsize zu spielen. Durch viele kleine Shows erlangte die Band schnell Aufmerksamkeit und entwickelte sich so zu den gefragtesten Newcomern der Hardcore-Szene. Mit „Love Is Not Enough“ wurde 2016 das langersehnte Debüt-Album veröffentlicht, was den hohen Erwartungen voll umfänglich entsprach und das lieferte, was alle von Casey erwarteten: Traurige Herz-Schmerz-Songs ummantelt mit harten Gitarrenriffs und eingängigen Melodien. Die darauffolgenden zwei Jahre ging es auf Tour, ehe im Jahr 2018 das zweite Studio-Album erschien, was allerdings nicht ganz an den Erfolg des Debuts anknüpfen konnte. Möglicher Grund dafür: Handelte das erste Album von Casey nahezu ausschließlich von unerwiderter Liebe und Trennungsschmerz, behandelte Frontmann Tom Weaver auf „Where I Go When I Am Sleeping“ vermehrt seine körperlichen und psychischen Krankheitsverläufe, wie seine diagnostizierte manische Depression, erlittene Schlaganfälle und seine Glasknochenkankheit. Im Dezember 2018 teilte die Band mit, nach einer Abschiedstour im Frühling 2019 das Kapitel „Casey“ schließen zu wollen.
Casey – Hell
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Musikalisch sind Casey ganz allgemein dem Melodic-Hardcore zuzuordnen. Trotzdem umfassen die Songs von Casey oftmals Attribute, die auch anderen Genres zuzuschreiben sind. Von harten Gitarrenriffs mit Shout-Gesang bis hin zu spoken word und ruhigen Melodien ist alles vorhanden. Exemplarisch für ihren Musikstil steht der Song „Hell“, welcher bereits auf ihrer ersten EP vorhanden war. „Hell“ beginnt direkt schnell und regt das Live-Publikum sofort zum Bewegen an, danach folgt jedoch ein langer, ruhigerer Part mit gesprochenen Wörtern, welcher sich aber aufbaut, bis der Song seinen Höhepunkt erreicht. „Hell“ handelt wie fast alle Songs aus der Anfangszeit von Casey von Liebe. Allerdings nicht von schöner, gegenseitiger Liebe, sondern von vergangener, nicht mehr erwiderten Liebe. Das Lyrische-Ich trauert der Liebe noch immer hinterher, will sich erklären, sehnt sich nach der geliebten Person, aber rechnet auch mit ihr ab: „You never saw it as us, only ever you and me. You were the blood in my veins, you only came to watch me bleed. Our love set me on fire, and you stood and watched me burn. You told me once you couldn’t love me, but I guess I’ll never learn.“ Der Songtitel ergibt sich zudem aus der im letzten Vers beschriebenen Hölle: „Hell is loving you in my sleep and waking up alone“. Die Live-Shows von Casey zeichnen sich dadurch aus, dass es kaum eine Barriere zwischen Band und Fan gibt. Durch die hoch emotionalen Texte, die die meisten Hörer nachempfinden können, entsteht schnell eine familiäre Stimmung- jeder hat während des Konzertes seine eigenen persönlichen Geschichten im Kopf und versucht diese durch mitschreien, moshen oder auch weinen zu verarbeiten. Da ist es naheliegend, dass Konzerte von Casey auch mit Therapiestunden verglichen wurden.
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