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Dieser eine Song: K.I.Z feat. Henning May – Hurra die Welt geht unter

Posted in: Dieser eine Song

Kaum zu glauben, dass dieser Song in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feierte, wo er doch jeden Tag an Aktualität stets zunimmt: „Hurra die Welt geht unter“ von K.I.Z und Henning May als Feature-Gast. Damals war die Stimme der Indie-Band Annenmaykantereit noch ein Geheimtipp und die Kreuzberger Hip-Hop-Formation vor allem wegen ihrer zynisch provozierenden Texte aufgefallen. „Hurra die Welt geht unter“ stellte dann in gewisser Weise einen Bruch in ihrer Diskografie dar – und legte zeitgleich auch den Grundstein für die tiefgründigere Rap-Seite, die zuletzt mit „Görlitzer Park“ einen Höhepunkt erreichte.

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Mit „Hurra die Welt geht unter“ war der Weltuntergang, der alle paar Jahre heraufbeschwört worden war, auf einmal schön. Die drei Kreuzberger beschreiben in dem Song eine postapokalyptische Utopie, in der es weder Geld noch Grenzen oder Schlösser gibt und das alte System – die Welt, wie wir sie jetzt kennen – zusammengebrochen ist. Was bleibt ist ein anarchistisches und anti-kapitalistisches Miteinander, in dem alle vergessen haben, warum man vorher in Freund und Feind eingeteilt hat.

Zehn Jahre nach Veröffentlichung aktuell wie nie

Wenn man sich die Entwicklung der Weltlage seit der Veröffentlichung des Songs anschaut, könnte man in K.I.Z-Zynismus behaupten, dass er wie ein guter Wein reife. Dass man sich also über ein Ende jener Welt, in der jeden Tag Menschen wegen der ökonomischen Interessen anderer Menschen sterben müssen, nur freuen kann, liegt auf der Hand. Einen Weltuntergang, auf den folgt, dass die Gesellschaft nicht mehr durch Armut und soziale Klassen getrennt ist, können nur diejenigen fürchten, die von dieser Weltordnung profitieren. Oder wie Maxim K.I.Z in seiner ikonischen Line rappt: „Unter den Pflastersteinen wartet der Sandstrand / Wenn nicht mit Rap, dann mit der Pumpgun“. Diese Line ist dabei gleichzeitig eine Hommage an Haftbefehls „Dann mit der Pumpgun“ und wurde später wiederum von Kraftklub auf „Venus“ aufgegriffen – mit Tarek K.I.Z als Gast.       

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Ein provokatives Meisterwerk

Über ihre Radiotauglichkeit haben die drei Klosterschüler im Zölibat bereits auf „Urlaub fürs Gehirn“ gerappt. Doch spätestens mit „Hurra die Welt geht unter“ ist ihnen genau das gelungen: Gesellschaftskritik, die direkt auf die Ohren geht. Dabei benutzt der Song ein Sample der indischen Filmkomposition „Wada Na Tod“ von Lata Mangeshkar und Rajesh Roshan, was das Intro des Songs unverkennbar macht. Und spätestens bei der Frage der fiktiven Kinder am Ende von Nico K.I.Zs Part „Ein Hundert-Euro-Schein? / Was soll das sein? / Wieso soll ich dir was wegnehm’n, wenn wir alles teil’n?“ singen alle mit – so jedenfalls war es auch bei den drei K.I.Z-Riesenkonzerten in der Wuhlheide im August.  

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„Hurra die Welt geht unter“ ist vielleicht sowas wie das Opus magnum von K.I.Z. Der Song überzeugt mit doppeldeutigen Lines wie „Nimm dir Pfeil und Bogen, wir erlegen einen Leckerbissen / Es gibt kein’n Knast mehr, wir grill’n auf den Gefängnisgittern“ und natürlich Henning Mays Reibeisenstimme, die sich perfekt in das apokalyptische Szenario des Songs einschmiegt. Mittlerweile wird die Atomschutzbunker-Hook auf den Konzerten von Tarek K.I.Z gesungen und Annenmaykantereit ist von dem kleinen Studi-Geheimtipp zu einer der größten Bands Deutschlands gewachsen. Eins ist jedoch gleichgeblieben: „Hurra die Welt geht unter“ bleibt ein apokalyptisches Wunschdenken, bei denen sich K.I.Z-Fans zwischen Moshpit-Gerangel für einen kurzen Moment in den Armen liegen und in Hoffnung schwelgen können.

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