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DIFFUS Weltreise: Südkorea an der Reeperbahn 

Posted in: FeaturesMagazin

Südkorea ist dank des K-Pop-Hypes schon seit einigen Jahren eine popkulturelle Weltmacht. Was eigentlich erstaunlich ist, wenn man bedenkt, wie klein die noch recht junge demokratische Nation ist. Gerade mal rund 52 Millionen Menschen leben dort (zum Vergleich: in Deutschland sind es rund 83,5 Millionen) und trotzdem brechen Bands wie BTS, Stray Kids und Blackpink einen Charts- oder Streaming-Rekord nach dem nächsten. Die aktuell laufende Tour von BTS wird vermutlich sogar den Gewinn von Taylor Swifts „Eras Tour“ übertreffen.

Was bei dem gigantischen Erfolg von K-Pop aber ein wenig untergeht: Südkorea hat eine ebenso lebhafte Rap- und Indie-Szene, die oft vom Erfolg der großen K-Pop-Produktionen überstrahlt wird – wobei diese Szene auch die K-Pop-Industrie mit frischen Talenten, Songwriting- und Produktions-Skills speist. Die Reihe Korea Spotlight im Rahmen des Reeperbahn Festivals hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Acts aus dem gesamten Spektrum der südkoreanischen Musikwelt nach Deutschland zu holen. 2024 war zum Beispiel der spannende Deutsch-Koreaner Sion mit seinem K-Hyperpop am Start (den wir hier für euch interviewt haben).

In dieser Weltreise wollen wir euch nun die Acts des aktuellen „Korea Spotlight“ Line-ups vorstellen, das ihr am Donnerstag, dem 17.09.2026 ab 19 Uhr for free auf dem Spielbudenplatz sehen könnt.

can’t be blue

Fangen wir gleich mit dem perfekten Beleg für die These an, dass K-Pop und die Indie-Szene oft gemeinsame Sache machen: Die fünfköpfige Indie-Pop-Band can’t be blue hat nämlich bei ihrem größten Hit eines der bekanntesten K-Pop-Idols am Start. Han von den Stray Kids ist auf „can’t love“ zu hören und bekennender Fan. 

can’t be blue sind seit 2024 unterwegs, singen meistens auf Koreanisch, manchmal auf Englisch und fahren einen sehr atmosphärischen, smoothen Indie-Sound, der die Vermutung nahelegt, dass die Member Phoenix und Tame Impala ebenso schätzen, wie gute R&B-Produktionen. Ihr selbst betiteltes Debütalbum ist noch recht frisch und kam erst im Juni dieses Jahres.

KIIRAS

Die sechsköpfige Girlgroup KIIRAS steht für die klassische K-Pop-Schule. Lingling, Kurumi, Harin, Kylie, Doyeon und Roah stammen aus Südkorea, Japan und Indonesien, wurden im Trainee-System ausgebildet, hatten teilweise schon Auftritte in TV-Casting-Shows und fanden schließlich als KIIRAS bei der Produktionsfirma LeanBranding zusammen. Keine von den vier dominierenden Playern (HYBE, SM, YG und und JYP), aber die Firma macht einen guten Job, denn die Streaming- und View-Zahlen sind durchaus ansehnlich. Was auch an den guten Produktionen liegt: Man muss das sehr auf Cute getrimmte Girlgroup-Modell und die zuckersüßen Melodien mögen, aber die Sechs haben eine ansteckende Energie zusammen und Songs wie „KILL MA BO$$“, bei dem sie fröhlich US-Country koreafizieren, machen einen Heidenspaß.

OKASHII

Kommen wir zur Rap-Fraktion des „Korea Spotlights“: Wer es im K-Rap auf die große Bühne schaffen will, nimmt an der geradezu legendären TV-Casting-Show „Show Me The Money“ teil, die seit 2012 auf dem Sender Mnet läuft. Hier liegen auch die Roots des Rap-Kollektivs OKASHII, das sich aus den Rappern Jeffrey White, Raf Sandou und MASON HOME sowie Producer MATTHEW und DJ PULLUPBOI zusammensetzt. Die drei Rapper schafften es in der zwölften Staffel von „Show Me The Money“ ins Finale und beschlossen danach, gemeinsame Sache zu machen. Gute Idee, finden wir: Die drei haben einen sehr lässigen Flow, switchen auf fasznierende Weise zwischen Koreanisch und Englisch und zeigen mit ihren Produktionen, Videos und Fotos, dass sie eine sehr klare Vision ihrer Kunst haben. Live dürfte das besonders knallen, wenn die Rap-Unit auftritt.  

Fat Hamster & KANG New

Last but not least, sollte man das herrlich aufgedrehte Elektro-Punk-Duo Fat Hamster & KANG New live erleben. Nicht nur, weil ihr Synth-Punk direkt ins Bein geht, sondern auch, weil die beiden für das aufmüpfige, politische, punkige Korea stehen. Auf ihrem Debütalbum „Brains in a Vat“, das sie auf dem eigenen Label LetzRatz veröffentlichten, singen sie über all die Themen, die man in Südkorea gerne auf Bühnen ausblendet: Klimawandel, Diskriminierung, Machtmissbrauch, Sexismus. Unser Anspieltipp ist das stoisch, groovende, eindringlich gesungene „The Sun From Mars“.

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