Ein Jahr, ein Song: 2003, Blink-182 und „I Miss You“
Mitte März 2003 marschieren die USA in den Irak ein, im Mai erklärt George W. Bush die Kriegshandlungen für beendet, doch der Irak kommt so schnell nicht mehr zur Ruhe. Gleichzeitig überschatten Vorboten des Klimawandels Deutschland und die Welt: Nach der Jahrhundertflut im Vorjahr, gibt es im Sommer Hitzewellen die in Europa tausende Todesopfer mit sich bringen. Das Zusammenwachsen der EU-Staaten wird zudem aufgrund des Irak-Konflikts stark beeinträchtigt, auf eine EU-Verfassung wird sich auch weiterhin nicht geeinigt. Musikalisch gesehen hatte das Jahr 2003 dafür einiges zu bieten. Linkin Park veröffentlichen mit „Meteora“ ihr zweites Studio-Album, welches inzwischen Kult-Status erreicht hat. Auch Rapper 50 Cent brachte 2003 mit „Get Rich or Die Tryin‘“ einen Klassiker auf den Markt, ebenso wie Blink-182 mit ihrem selbstbetitelten Album.
Blink-182 – I Miss You
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Eben jenes stellt das fünfte Studioalbum der drei US-Amerikaner dar. Das Konzeptalbum wird durch eine melancholische Grundstimmung bestimmt, die sich sowohl in den teilweise ernsten und emotionalen Texten, als auch in den Instrumentals widerspiegelt und sich damit von den früheren Werken der Band abhebt. Die zweite Single-Auskopplung zum Album „I Miss You“ wurde sowohl von Tom DeLonge als auch von Mark Hoppus geschrieben. Die zwei Frontmänner setzten sich jedoch nicht gemeinsam hin um den Song zu schreiben, sondern texteten jeweils für sich alleine ihre Parts und fügten diese dann am Ende zusammen. Nicht nur ließen sich beide von The Cure und dem Song „The Love Cats“ inspirieren, sondern sie fügten auch Referenzen zu Tim Burtons Film „The Nightmare Before Christmas“ hinzu. So heißt es in der Strophe: […]“We can live like Jack and Sally if we want […] and we’ll have Halloween on Christmas“. Das Video zu „I Miss You“ wurde im Stil der 30er Jahre produziert und zeigt das Trio in einem großen Spukhaus mit umherschwirrenden Geistern. In weiterer Anlehnung zu The Cures „The Love Cats“ spielt Mark Hoppus statt eines normalen E-Bass einen alten Kontrabass. Ob Blink-182 mit ihrem Album und dem Song „I Miss You“ dafür gesorgt haben, dass die Deutschen das Jahr 2003 trotz allen Geschehnissen positiv bewerteten, ist fraglich: Im selben Jahr stand statt Blink-182 Yvonne Catterfeld mit ihrem Album „Meine Welt“ auf Platz eins der Charts. Für 33 Wochen. Also, in Deutschland zumindest.
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