DIFFUS

Ein Jahr, ein Song: 2004, Green Day und „American Idiot“

Posted in: Features
Tagged: Green Day

Nach erfolgreichen Volksabstimmungen herrschte in Teilen Europas Festtagsstimmung, die Osterweiterung der EU war abgeschlossen und zehn weitere Staaten gehörten von nun an zur Europäischen Union. Dass es wenige Jahre später zur lang anhaltenden Eurokrise kommen wird und mit Großbritannien im Jahr 2020 sogar ein Staat aus der EU austritt, hatte 2004 noch niemand auf dem Zettel. Aber gut, 2004 gewann der SV Werder Bremen auch zuletzt die deutsche Fußball-Meisterschaft sowie den DFB-Pokal und galt als größter Konkurrent des FC Bayern Münchens – mittlerweile befinden sich die Bremer Jahr für Jahr eher in der unteren Tabellenhälfte wieder, womit 2004 schließlich auch niemand gerechnet hätte. Musikalisch kann das Jahr auch wieder einige Meilensteine aufweisen: Sido erreicht mit seinem Debüt-Album „Maske“ auf Anhieb Goldstatus, Scooter bringen ihr bis dato bereits zehntes Album „Mind the Gap“ auf den Markt und Green Day erreichen mit ihrem siebten Studioalbum „American Idiot“ weltweit hohe Chartplatzierungen.

Green Day – American Idiot

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Vier Jahre nach ihrem selbst produzierten Album „Warning“, bringen Green Day mit Hilfe des Produzenten Rob Cavallo ihr Konzeptalbum „American Idiot“ auf den Markt. Das Konzeptalbum wird von der Band selbst als „Punk-Rock Opera“ bezeichnet und erzählt die Geschichte von Jimmy, einem US-Amerikanischen Jugendlichen aus der Vorstadt, der entscheidet in die große Stadt zu fliehen. In der Stadt angekommen lebt er auf der Straße und entwickelt eine Identitätsstörung. Er erfindet sein Alter Ego „St. Jimmy“, betäubt sich mit Schmerzmitteln, lernt ein Mädchen kennen, verliert das Mädchen jedoch und begräbt sein Alter Ego „St. Jimmy“ wieder. Am Ende des Albums beschließt er die große Stadt zu verlassen und wieder nach Hause zurückzukehren. Die erste Singleauskopplung zu „American Idiot“ war der gleichbetitelte Song. In diesem kritisiert Billie Joe Armstrong aus Sicht des jungen Jimmys die Politik der US-Regierung und das Verhalten der Medien. Nachdem Donald Trump 2016 zum neuen US-Präsidenten gewählt wurde, erlebte der Song umgehend ein Comeback. Radiosender spielten den Song wieder, der Musikfernsehsender Viva ließ ihn sogar eine Stunde lang in Dauerschleife laufen und so liegt es nahe, dass „American Idiot“ zwischenzeitlich sogar wieder in den Charts zu finden war. Aufgrund dessen, dass Facebook und Co. wohl großen Anteil an Trumps Wahlerfolg hatten, ist der Song aktueller denn je und hat auch nach 16 Jahren kein Stück an Aktualität verloren.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.