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Ein Jahr, ein Song: 2013, OK Kid und „Kaffee Warm“

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Tagged: OK KID

Im Juni 2013 wendet sich der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden an die Presse. Er veröffentlicht umfangreiches Material und Millionen von Daten, die ein weltweites Spionagenetzwerk aufdecken, dass die USA nutzen, um Millionen von Menschen zu überwachen, darunter auch 122 Regierungschefs, inklusive Angela Merkel. Ab da beginnt für Snowden ein Ringen um Asyl, bis er schließlich in Moskau sein Exil findet. Viel verändert hat sich seitdem nicht. Die Bundesregierung reagiert zwar bestürzt, zu einem „No-Spy-Abkommen“ kommt es aber letztendlich nicht. Sämtliche Verfahren werden eingestellt oder gar nicht erst aufgenommen. Lediglich in der Bevölkerung wächst der Unmut und Strafanzeigen gegen die US-Regierungen werden gestellt, ohne Erfolg. Bei der Bundestagswahl im September 2013 verfehlt Angela Merkel mit ihrer CDU die absolute Mehrheit nur knapp. Die FDP als Koalitionspartner scheitert erstmals an der fünf Prozent Hürde und ist somit kein Teil des Bundestags mehr. Bei der anschließenden Wahlparty singt die CDU-Spitze gemeinsam „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Die Düsseldorfer Band distanziert sich davon deutlich mit den Worten: „Das grausam vorgetragene Lied war immer noch mit Abstand die beste Leistung, die die CDU in letzter Zeit hervorgebracht hat.“

OK KID – Kaffee warm

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Mitte 2012 entsteht aus der Band Jona:S um Frontmann Jonas Schubert die Band OK Kid. Der Bandname ist eine Zusammensetzung aus den beiden Radiohead-Alben „OK Computer“ und „Kid A“ und bildet auch gleichzeitig den Namen des Debüt-Albums des Gießener Trios. Auf Platz 43 der Charts gelandet, entwickeln sich OK Kid mit ihrem Mix aus Indie, Rap und elektronischen Nouncen zu einer Art Sprachrohr der Generation Y. Als erste von zwei Single-Auskopplungen erblickt „Kaffee Warm“ das Licht der Musikwelt. Basierend auf Rocko Schamonis Klassiker-Roman „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ handelt „Kaffee Warm“ von der Liebe, der hinterher getrauert wird. Die Liebe, auf die man wartet, auf die man hofft, obwohl die Hoffnung nur noch aus einem warmgehaltenen Kaffee besteht. Der Protagonist in „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ wird von seiner Freundin verlassen, das einzige was ihm bleibt ist ihr Kaffee, der noch etwas Restwärme ausstrahlt als sie geht. Aus der vollen Überzeugung, solange der Kaffee noch warm bleibt sei die Beziehung noch zu retten, stellt der Protagonist die Tasse auf eine Warmhalteplatte und hat die Beziehung so auf ewig konserviert. So steht „Kaffee Warm“ als Metapher für das Warten, das Hoffen, das Hinterherlaufen: „… und ich Idiot, hol‘ deine Tasse aus dem Schrank – auch wenn du erstmal nicht mehr kommst, halt ich den Kaffee für dich warm verdammt“. „Kaffee warm“ hat mit „Februar (Kaffee warm 2)“ und „Kaffee warm 3“ inzwischen zwei Fortsetzungen gefunden, die zwar nicht mehr explizit auf dem Roman von Rocko Schamoni basieren, aber nahtlos an den jeweiligen Vorgänger anknüpfen.

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