Empfehlung des Tages: August – Stadt der Einsamkeit
Es liegt nur ein schmaler Grat zwischen Einsamkeit und Alleinsein. Das weiß auch August, der dieser Thematik seine Debüt-Single „Stadt der Einsamkeit“ widmet. Dieser Song ist das erste Lebenszeichen in seiner Diskographie, aber trotzdem könnte euch diese weiche Stimme durchaus bekannt vorkommen. Denn in den letzten Jahren hat Augustin Zimmer, wie der Musiker mit vollem Namen heißt, vor allem als Sänger der Indie-Band Das Moped von sich reden gemacht. Nun gibt er uns erste Einblicke in sein neues Solo-Projekt und fängt mit groovenden House-Beats die Anonymität der Großstadt ein.
August – Stadt der Einsamkeit
Dem Zeitgeist voraus
Das Moped sind ein klassischer Kandidat für: Kurioser Name, grandiose Musik. Die Band hat 2019 mit ihrer ersten EP unsere Aufmerksamkeit geweckt und seitdem nicht mehr losgelassen. Schon damals haben die Jungs einen erstaunlich guten Riecher für den Sound bewiesen, der heute, drei Jahre später, immer noch oder wieder in unseren Playlisten rauf und runter läuft: Zeitgenössischer Indie-Pop, gepaart mit Anleihen aus dem Synth-Pop der 80er Jahre. Zuletzt erschien 2021 die empfehlenswerte EP „Oh Yeah“, auf der die Band sich ganz der Gitarre verschrieb. Aber manchmal will man sich eben auch abseits der Gruppe in neuen Gefilden ausprobieren und so ging es höchstwahrscheinlich Sänger Augustin Zimmer. Denn am vergangenen Freitag hat er mit der Single „Stadt der Einsamkeit“ sein neues Solo-Projekt August eröffnet.
Melancholie kann tanzbar sein
Während Das Moped zuletzt mit melancholischen Indie-Hymnen wie „Ich vermisse dich“ oder „Das letzte Mal“ aufgewartet haben, zieht es August nun in Richtung Pop. „Stadt der Einsamkeit“ startet mit ruhigen Klavier-Akkorden, die Augustins Stimme gänzlich neu in Szene setzen. Dann kommt die Bassline rein und kündigt vorsichtig an, dass hier gleich ein ordentlicher Groove losgetreten wird.
Dabei ist das, was August da singt, nicht besonders optimistisch: „Warum finde ich keinen hier, der die Sorgen mit mir teilt? / Bin ich schon einsam, einsam, oder nur allein?“. Aber Melancholie und urbane Anonymität kann eben auch tanzbar sein, denn mit dieser philosophischen Zeile setzt ein stilvoller, seichter House-Beat ein und regt zum Mitwippen an. Der Künstler liefert hier eine gekonnte Mischung aus poetischem Text und Four-To-The-Floor-Groove, die bei Fans von Jeremias gut ankommen könnte. Die Jungs aus Hannover haben übrigens in der Vergangenheit schon als Support-Act für Das Moped gespielt. Sein neuer Solo-Sound steht August auf jeden Fall ausgezeichnet und könnte sogar für ein breiteres Publikum funktionieren. Wir drücken die Daumen und sind gespannt, was uns aus der „Stadt der Einsamkeit“ in Zukunft noch erwartet!
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