Empfehlung des Tages: Esther Graf – wie schön
Im April 2024 kündigte die österreichische Singer-Songwriterin Esther Graf überraschend ihr bis dato zweites Album „happy worstday” in unserer Titelstory mit Emilio Sakraya an. Die vergangenen zwei Jahre schienen dann von diversen Side-Quests geprägt: Mit „Mein Herz schreit yeah” kreierte sie einen Titelsong für den Kinofilm „Die Schule der magischen Tiere 4”, als Feature begleitete sie sowohl Aaron als auch CIVO und natürlich war sie auch auf dem Nina-Chuba-Track „RAGE GIRL” neben LAYLA, Kauta, Eli Preiss und Marie Bothmer zu hören. Mit ihrer neuen Single „wie schön”, befindet sie sich nun jedoch erneut auf der Zielgeraden zu einem großen Release.
Wer ihre Durchbruchs-EP „Red Flags“ gehört hat, weiß: Esther Graf ist eine absolute Expertin, wenn es um Break-up-Songs geht. Mit „wie schön” beweist sie jedoch mal wieder, dass sie luftig-leichte Liebeslieder genauso beherrscht. Dabei klingt sie deutlich gitarrenlastiger als zuvor und bricht immer wieder in einen soften, rockigen Pop aus, der stellenweise an eine Mischung aus 2010er Juli- und Wir-sind-Helden-Songs erinnert.
Esther Graf besingt „wie schön“ die Liebe ist
Inhaltlich verliert sich Esther Graf in „wie schön” komplett in dem Gefühl tiefer Zuneigung. Zeilen wie „Wär gern die Luft, die du atmest“ oder „Ich schau’ dich an und vergess die Zeit“ zeichnen ein Bild von zärtlicher Nähe und überwältigenden Gefühlen. Dabei kippt die Bewunderung immer wieder leicht ins Obsessive: „Bitte lieb mich kaputt“ wirkt weniger wie eine klassische Liebesbekundung, sondern eher wie ein bewusstes Sich-Fallenlassen. Auch die Wahrnehmung der Außenwelt verschwimmt komplett: „Da draußen könnte die Welt in Flammen stehen / Ich glaub, ich würds nicht mal merken.“
Melodischer Gesang trifft bei der Singer-Songwriterin auch in diesem Lied auf eine kraftvolle, leicht belegte Stimme mit Punk-Attitüde, die dem Track trotz seiner Leichtigkeit auch eine gewisse Kante gibt. Im Musikvideo sitzt Esther Graf mit ihrer mintgrünen E-Gitarre im Bild: Soft röhrende Grunge-Akkorde legen sich unter den Track und verleihen ihm eine warme, leicht raue Textur. Insgesamt wirkt er so unbeschwert und gleichzeitig intensiv. Die Bridge am Ende hebt sich dann noch einmal kurz ab, bevor der Song wieder in verträumte Leichtigkeit zurückfällt. Die Single fügt sich damit organisch in das Klangbild ihres für den 26. Juni 2026 angekündigten Albums „wofür es sich zu leben lohnt“ ein. Neben „wie schön“ sind bisher bereits fünf weitere Tracks des Albums zu hören.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.