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Empfehlung des Tages: Krakus – Als ich bei dir in der Gegend war

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Die Musik von Krakus klingt nach Indie auf halber Geschwindigkeit, Lo-Fi-Avantgarde to relax and study to. Eine anspruchsvolle Fusion, trotzdem schafft es der Newcomer aus Wuppertal auf seiner neuen EP „Tiere“ mühelos uns mit seinen abstrakten Synth-Flächen, vagen Beat-Fragmenten und King Krule-Tristesse einzulullen. Unser Favorit? Definitiv das reuevolle „Als ich bei dir in der Gegend war“. 

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Normal, dass du Angst hast

In seiner Spotify-Bio beschreibt sich Krakus als „Süße Maus aus W.“. Um mit dieser Aussage mitzugehen, kennen wir den Newcomer persönlich zu wenig, für seine Musik können wir allerdings bürgen. Damit rückt Krakus erst seit Beginn des Jahres raus und erstmal auch nicht alleine, sondern im Zweier-Gespann. Gemeinsam mit Tom Taschenmesser, seines Zeichens ebenso Wuppertaler Newcomer, erschien im März das Kollabo-Projekt „normal dass du angst hast“. Acht beklemmende Stücke zwischen Rap, Indie und allem anderen, betrunken taumelnd und schon verkatert, irgendwie ungut und gerade deshalb grandios.

Ein Haifisch im Becken

Nun zieht Krakus mit Solo-Material nach: Am vergangenen Freitag veröffentlicht er mit „Tiere“ seine erste EP. Die schleppende Klang-Ästhetik hat er sich beibehalten, die Bedrohlichkeit ist aber geschwunden und weicht einem sphärischen Traumzustand, zu dem auch das verwaschene Cover des Projekts passt. Da gibt es Slo-Mo-Walzer beim „Maskenball“, Ambient-Exkursionen Richtung Boards of Canada mit „Kinder“ und natürlich auch immer wieder die Sache mit der Liebe. Bei „Queen“ scheint diese noch intakt, wenn auch geprägt von quälender Abhängigkeit. Der nächste Song zeigt dann die Trümmer und Ruinen nach dem Aus, die auch nach Jahren immernoch zu qualmen scheinen: „Warum hab ich nicht Bescheid gesagt, als ich bei dir in der Gegend war? / Wir haben uns so lange nicht gesehen / Und manchmal tut es mir noch so weh“. Krakus schwimmt als Hai in einem viel zu kleinen Aquarium, in Gedanken immer nur bei dieser einen Person, die längst in weiter Ferne liegt. Trotzdem klingt „Als ich bei dir in der Gegend war“ verhältnismäßig poppig und zugänglich, mit schweren Klavierakkorden und hämmernden Drums.

Eingängige Melodien stehen Krakus genau so wie die verzerrten Disharmonien von „Normal dass du Angst hast“. Mittig zwischen diesen beiden Extremen scheint sich eine ganz eigene Nische aufzutun, die in der deutschen Newcomer-Szene sonst noch niemand entdeckt hat.

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