Empfehlung des Tages: Nalan – Everything was Easy in 2009
Vier Jahre nach ihrem Debüt „I’m Good. The Crying Tape“ meldet sich die in Berlin lebende Musikerin Nalan mit ihrem zweiten Album „2009“ zurück. Die neun Songs entstanden in Istanbul und Berlin und kreisen um eine romantisierte Erinnerung an das Jahr 2009. Die Idee zur musikalischen Hommage an jene Zeit kam Nalan als sie ihre alten Digicam-Aufnahmen – übrigens auch auf dem Album-Cover zu sehen – von damals in die Hände fielen. Im Song „Everything Was Easy in 2009“ greift sie ein ganz besonderes Gefühl auf: Eine Mischung aus jugendlicher Verliebtheit und rückblickender Verklärung, bei der nicht ganz klar ist, was Wirklichkeit war und was man sich im Nachhinein hinkonstruiert.
Musikalisch bewegt sich Nalan im Spannungsfeld aus reduziertem Band-Sound und elektronischen Elementen. Prägnante Synths treffen auf zurückgenommene Drums und gezupfte Gitarren, wodurch viel Raum für ihre Stimme entsteht. Das schafft Platz für eine Poetry-Slam-artige Erzählung einer jungen Liebe, mit Spaziergängen im Park, geteilten Weinflaschen und ganz großen Gefühlen. Obwohl Nalan diese mit halligem Gesang und „Everything was easy back then“ resümiert, lässt ein langes instrumentales Outro viel Zeit für die Fragen: „Is it me you wanted? Is it her you needed? Is it him you loved?“ und danach, ob 2009 wirklich alles einfach war.
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