Empfehlung des Tages: Southstar – Miss You
Wie würde unser Lieblings-Topfschnitt-Cowboy Oliver Tree bei 145 Beats pro Minute auf einem Rave-Beat klingen? Genau diese Frage hat sich wohl der Berliner Musikproduzent Southstar gestellt – und eben das ausprobiert. Das Ergebnis ist der Techno-Banger „Miss You“, der mit seinem 90er inspirierten Sound auf dem besten Weg ist, zur Dance-Hymne 2022 zu werden.
Don’t stop the rave
Noch vor wenigen Jahren sprachen wir an dieser Stelle vom großen 80er-Revival, das sich damals wie heute in der Musik von Künstler:innen wie The Weeknd, Dua Lipa oder hierzulande Edwin Rosen niederschlägt. Obwohl die Musik-Industrie noch längst nicht durch ist mit New Wave, Synth-Pop und Co., zeichnet sich dieser Tage ein neuer Trend ab. Besonders die Newcomer:innen schielen momentan eher auf die 90er und 00er Jahre und ihren euphorischen Rave-Sound. Dabei gilt insbesondere die Zeit nach dem Millenium mit dem kommerzialisierten Techno-Pop von Blümchen für viele Szene-Fans als eine Art schwarzes Loch. Aber gerade dieser Sound ist es, den Künstler:innen wie Schorl3, DJ Schinkensuppe, Ski Aggu oder Domiziana für sich entdecken. In diese Riege reiht sich auch der Berliner Musikproduzent Southstar ein.
Wer ist Southstar?
Dabei gestaltet es sich ziemlich schwierig, Informationen über den aufstrebenden Newcomer zu finden. Ein paar Handy-Schnappschüsse sind alles, was man auf Instagram findet – und eine lose Connection zu Rapper Joje, an dessen Song „Hoodbabies“ Southstar mitproduziert hat. Dieses Trap-Instrumental steht allerdings eher verloren in der überschaubaren Diskographie von Southstar- Die Musik, die er seit 2021 veröffentlicht, klingt auf den ersten beiden EPs vor allem nach obskurem Lo-Fi-House, inzwischen hat Southstar das Tempo aber gehörig angezogen. Die Stücke auf der neuesten EP „Matrix“ sind treibende, verzerrte Dancefloor-Brechern – inklusive Remix zum Empire of the Sun-Hit „We Are The People“.
Heartbreak bei 145 BPM
Dieser Edit ist nicht der einzige seiner Art: Den bisher größten Erfolg konnte Southstar mit „Miss You“ verzeichnen, ein Song, für den er sich bei „Jerk“ von Oliver Tree bedient hat. Wo das Original noch nach einer Mischung aus Grunge und modernem Trap klingt, mach Southstar daraus eine High Tempo-Techno-Nummer, mit alle was dazu gehört: Schallende Becken, happy Piano-Chords und natürlich eine fette Bassline nach Trance-Vorbild.
Im Kontrast dazu steht Oliver Trees verzerrte Stimme, die von Herzschmerz und einer toxischen Beziehung singt: „Don’t fret, I don’t ever wanna see you and I never wanna meet you again / One thing, When you’re angry, you’re a jerk and then you treat me like I’m worth nothing“. Mit dieser kuriosen Mischung geistert „Miss You“ von Southstar gerade durch das World Wide Web und hat es sogar auf den ersten Platz in der populären „Schiebt anders“-Playlist von Spotify geschafft. Yung Hurn hatte „Miss You“ kürzlich in seiner Story und sogar Robin Schulz spielte „Miss You“ schon in einem seiner DJ-Sets. Das alles wirkt wie der äußerst erfolgreiche Start einer Reise, die Southstar gerade erst antritt und die wir in Zukunft gespannt verfolgen werden.
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