Empfehlung des Tages: TJARK feat. Disarstar – helden
Der Newcomer Tjark befindet sich gerade auf der Zielgeraden zu seinem für Ende März angekündigten Debütalbum „auch wenn’s uns morgen nicht mehr gibt”. Zuletzt lieferte er mit dem Song „blinde passagiere“ einen weiteren Vorboten. Aber das war noch nicht alles! Zusammen mit Disarstar hat er nun die gefühlvolle, aber vor allem gesellschaftskritische Single „helden” releast.
Das Feature könnte dabei wohl passender nicht sein, schließlich ziehen sich politische Botschaften und soziale Themen wie ein roter Faden durch den musikalischen Output des Hamburger Rappers. Die Single ist das erste Projekt, an dem Disarstar nach seinem 2025 erschienenen Album „Hamburger Aufstand” mitgewirkt hat. Mit geballter, ungeschönter Wortgewandtheit und schmerzhaften Fragen adressieren die beiden eine prekäre Weltlage und rufen zum Handeln auf: „Bitte sag mir / worauf wir eigentlich warten / unsre Kinder werden fragen / warum habt ihr nichts gemacht?“
Tjark und Disarstar rufen zum Handeln auf
Schon zu Beginn beschreiben die Lyrics eine überforderte, von Hedonismus geprägte Konsumgesellschaft. Gleichzeitig öffnet Social Media jedoch auch das Fenster in andere, von Krieg und Armut geprägte Realitäten. Eine schmerzhafte Diskrepanz, die Tjark auf den Punkt bringt: „Was ist das nächste Sinnbefreite, was ich kauf’ / seh in ’ner Story, weint ’n Kind in ’nem weggebombten Haus”. Und auch die politische Lage im eigenen Land, geprägt von Populismus und Hass, macht ihm Sorgen. Während die Strophen recht reduziert bleiben, stimmt Tjark im Refrain zu einem gefühlvollen Gesang an. Den zweiten Part des Tracks übernimmt dann Disarstar. Mit seiner eindrücklichen Stimme erzählt er von Armut und Hoffnungslosigkeit in seinem Viertel, motiviert jedoch gleichzeitig, Teil der Lösung zu werden: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist / es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.”
Getragen wird der Track von organischen Percussions und sanften Klaviermelodien, die eine zugleich tragische, aber auch hoffnungsvolle Klangwelt bilden. Die Message steht im Mittelpunkt. Übrig bleibt schließlich die große Frage: „sind wir schon bereit?/ sind wir die Helden unsrer Zeit?”.
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