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Feministischer Kampftag: 7 Songs für eure Female-Rage-Playlist

Posted in: Listen

Female Rage beschreibt die weibliche Wut auf strukturelle Ungerechtigkeit und Sexismus. Oft entpuppt sie sich als kollektive Kraft gegen toxische, patriarchale Muster. Sowohl in Film, Literatur als auch Musik berührt sie und ihre popkulturelle Strahlkraft ist längst ein häufig diskutiertes Thema in TikToks, YouTube Analysen und Empowerment-Essays geworden. Dabei kommen Female-Rage-Songs in ganz unterschiedlichen Gewändern: von Fotzenrap über bittersüße Pop-Tracks bis hin zum post-punkigen Feminismus der 80er-Jahre.

Bangerfabrique – Crash Out

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Um der eigenen Wut mal so richtig freien Lauf zu lassen, eignet sich wohl kaum ein Song so gut wie „Crash Out” von Bangerfabrique. Das Hamburger Hip-Hop-Kollektiv formuliert eine Kampfansage, die es in sich hat und an genau den richtigen Stellen einschlägt: Männer in der Musikindustrie, die übergriffig werden, mit einem Umfeld, das schweigt und wegschaut: „Die wahren 31er seid ihr, ihr wart nur dabei, habt nichts initiiert / Jetzt soll man differenzier’n, doch „Fresse halten“ war „Sich positionier’n“. Bangerfabrique wiederum positionieren sich deutlich: „Ey, fuck off, du Absturz, wenn du kein’n Hate hast, bin ich tot / Wir sehen rot, wir callen dich out und du gehst hoch.”

Emma Rose – Liebe süße Mädchen

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Emma Rose glasiert ihren Hass hingegen in Zuckerguss. Mit sanfter Stimme und vielschichtigen Arrangements singt sie über Unsicherheit und toxische Beziehungsmuster: „Wir sind liebe süße Mädchen / Und wir hassen dich so sehr / Ja, das steht uns echt nicht gut / Es tut mir leid, mein Herr”. Dabei übersetzt sie ihre Wut in einen süßen Bedroom-Pop-Song, bleibt dabei aber herrlich ehrlich und kontert mit einer großen Portion Sarkasmus: „Wir sind liebe süße Mädchen / Nein, wir woll’n dein’n Schwanz nicht seh’n / Ja, ich will nur mit mein’n Girls chill’n / Und du kannst das nicht versteh’n”.

Blond, Alice Go – Girl Boss

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Was wäre diese Playlist ohne Blond? Definitiv unvollständig und um eine wichtige These ärmer. Ihr Song „Girl Boss“ ist nicht nur eine feministische Ansage, sondern vor allem eine Kritik am Kapitalismus und der Kommerzialisierung von Feminismus. Blond machen deutlich: Mit „Titten-Tassen und Viva la Vulva Wein“ kaufen ist noch lange kein feministisches Statement gesetzt. „Am 8. März gibt es Periodentassen zum halben Preis“. Damit ist der feministische Kampftag aber ganz sicher noch nicht gewonnen. 

Ikkimel – Giftmord

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Wie klug und unterhaltsam Female-Rage sein kann, beweist auch Ikkimel in ihrem Track „Giftmord”. Als ikonisches Intro dient ein TikTok des Influencer Coach Aaron, der Frauen in einem viralen Moment als „von Natur aus hinterhältigere Wesen” bezeichnete. Ikkimels Antwort trieft vor Ironie und provoziert gekonnt: „Frau’n brauchen kein Schimpfwort, unsre Waffe heißt Giftmord / Ermorde den Hurensohn, wenn er grade nicht hinschaut.” Ein catchy Ohrwurm, um gegen frauenfeindliche Influencer und Podcaster zu demonstrieren.

MARNELE – Macker

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Marnele beschreibt mit den düsteren Lyrics in „Macker“ eine Situation, die zu viele Frauen kennen: Wenn man nachts alleine nach Hause läuft und dumm von der Seite angemacht wird, packt einen die Angst. Dieser traurigen Realität verleiht Marnele Ausdruck und überspitzt die darin liegende Wut bewusst in drastischen Bildern: „Macker sind Tiere, ich sperr’ sie weg, sperr’ sie in Käfige / Ich mach’ sie trieblos, Eskalation.“

VICKY – FKK

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Rage heißt nicht immer, dass man im klassischen Sinne lautstark protestieren muss – auch beim Abgehen zu Upbeat-Bangern kann man seiner Wut Ausdruck verleihen. Wer könnte da einen passenderen Track liefern als Partyqueen Vicky, wenn sie singt: „FKK, weil ich komm‘ ohne BH / Sie sagen: ‚Zieh dir mal was an‘, kommt ihr auf Nippel nicht klar? / Sie nennen es FKK, weil ich mach‘, was ich mag / Alter, zieh dir doch den gottverdammten Stock aus dem Arsch.“ Sichtbar und trotzdem nicht verfügbar: So macht sie aus Objektifizierung eine Kampfansage.

Malaria! – Kaltes klares Wasser

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„Kaltes klares Wasser“ – mit diesen Worten besingen Malaria! erstmals im Jahr 1981 das perfekte Mittel, um sich von den letzten Spuren des Patriarchats rein zu waschen. Die Post-Punk-Band um Gudrun Gut und Bettina Köster entstand aus der Westberliner Underground-Szene und war Teil einer Generation von Musikerinnen, die sich bewusst Räume in einer männerdominierten Szene erkämpften. So legten Bands wie Malaria! in ihren zwar noch subtileren Texten den Grundstein für das explizite Aufkommen feministischer Themen in der deutschen Musiklandschaft.

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Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.