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Flora Cash – Von der Internet-Bekanntschaft zum Indie-Dreamteam

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Es waren einmal eine Schwedin und ein Amerikaner, die beide mit Leidenschaft Musik machten. Sie teilten ihre Songs über Soundcloud und stießen irgendwann auch auf die des jeweils anderen. Aus gegenseitiger Bewunderung wurde ein loser Kontakt und dann ein erstes Treffen, gemeinsame Musik und ein Jahr später eine Hochzeit. Was klingt wie ein modernes Internet-Märchen, ist tatsächlich die gemeinsame Geschichte von Shpresa Lleshaj und Cole Randall, die seit 2012 Partner sind – musikalisch wie auch romantisch. Als Duo wählen sie den kryptischen Namen Flora Cash und veröffentlichen gleich im selben Jahr eine erste gemeinsame EP, „Mighty Fine“ – Eine Fusion aus Folk, Country und Singer-Songwriter auf drei erstklassigen Tracks. Dabei überzeugen Shpresa und Cole jeweils mit starken Einzelstimmen, die sich in Fleetwood Mac-Manier abwechseln oder im Duett übereinander legen. Bis zum ersten Album „Can Summer Love Last Forever“ lässt man sich vier weitere Jahre Zeit, in denen man mit weiteren Singles und EPs an der Indie-Pop-Mischung feilt. Dafür geht es dann Schlag auf Schlag: Gleich 2017 erscheint Album Nummer 2, „Nothing lasts forever (and it‘s fine)“. Beide Titel legen schon nah: Flora Cash beschäftigen sich eingehend mit zwischenmenschlichen Beziehungen, ganz besonders natürlich mit romantischen. Dieser Themenkosmos wird mal mit den gezupften Gitarren vertont, die man vor dem Folk-Background der beiden erwarten kann, aber auch für große Dramatik und Pathos mit Streichern und schallenden Drums haben Flora Cash ein Faible.

Flora Cash – Roses On Your Dress

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Man könnte meinen, mit ihren beiden Alben haben Flora Cash den Zenit erreicht, aber ihre bisher größten Hits landet das Duo danach, vor allem mit der EP „Press“ aus dem letzten Jahr. Mit den schweren Klavierakkorden von „I wasted you“ und „They Own This Town“ gibt es wieder Melancholie und Dramatik, „You‘re somebody else“ ist dann aber der Song, der so richtig einschlägt. Der Folk-Blueprint trifft auf Rhythmen aus der Drum-Machine, während Cole sich mit seiner Kopfstimme an Bon Iver‘s Justin Vernon orientiert und eine Person besingt, die er nicht wieder erkennt. Das Lyric-Video zum Song sammelt Millionen Klicks auf Youtube und trotzdem geht das Duo für diesen Erfolg keine musikalischen Kompromisse ein, im Gegenteil: In der Bridge stottert Coles Stimme rückwärts und beweist einiges an Experimentierfreude.

Flora Cash – You’re Somebody Else

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Auch danach geht es für Flora Cash im großen Format weiter: Mit „Missing Home“ wünscht man sich von den Tourbühnen in die heimischen vier Wände und landet einen weiteren Hit, mit „Born In The Slumber“ platziert man einen Song auf dem Soundtrack für das erfolgreiche Blockbuster-Spiel „Death Stranding“. Gerade „Born In The Slumber“ deutet an, was auch die neueste Single „You Love Me“ bestätigt: Die Reise geht weiter in Richtung Synthesizer. Diese kommen auf dem Neuling von Flora Cash mehr denn je zur Geltung und leiten „You Love Me“ dröhnend ein. Zum Synth-Klang passt auch der verschleppte, gewichtige Schlagzeug-Rhythmus, der an den Dream Pop von Bands wie Beach House erinnert. Inhaltlich verhandelt das Paar ein komplexes romantisches Thema: Man fühlt sich nicht gut genug für die andere Person, wünscht ihr etwas besseres, aber die Liebe ist zu stark, um loszulassen. Die beiden Strophen zeigen auf spannende Weise, wie verschieden die Stimmen von Cole und Shpresa sind, nur um dann trotzdem in der Hook wieder mit gemeinsamen Harmonien aufeinander zu treffen. Mit „Born In The Slumber“ und „You Love Me“ haben Flora Cash ihren bisher wohl größten musikalischen Sprung gewagt, nun bleibt abzuwarten, ob es mit „Baby, It’s Okay“ im März weiter in diese elektronische Richtung oder zurück zum Folk-Sound geht.

Flora Cash – You Love Me

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