Grossstadtgeflüster machen politischen „Feierabend“ und liefern uns ein Greenscreen Spektakel, das mit allen Meme-Wassern gewaschen ist
Grossstadtgeflüster sind zurück und zeigen, dass sich nichts an ihrer Antihaltung geändert hat. Mit einer ordentlichen Portion Abneigung für alle mitarbeitenden Menschen ist der Elektropop Song „Feierabend“ die brachiale Kampfansage an alle Arbeitgeber. Zitat aus dem Pressetext: „Eigentlich eine Frechheit, dass dieser güldene Moment eines jeden langen Tages bisher noch keinen würdigen Song bekommen hat. Eine Musik, die all das vereint was man fühlt, wenn man den Stapel Krams inbrünstig fallen lässt“. Mit harten und vernichtenden Aussagen und Drohungen erweckt die Band zumindest den Eindruck, von dem Konzept der Anstellung ordentlich angefressen zu sein. Oder steckt da doch etwa mehr dahinter?
Grossstadtgeflüster – Feierabend
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*„Jetzt ist Feierabend/ wie’s in Zukunft weitergeht könnt ihr Marty McFly ja fragen/ Ich hol die Kuh nicht mehr vom Eis, ich pump’ ihr Blei in’ Magen/ Mach Geisterfahrten durch Alman-Straßen im Leichenwagen/ Ich nehm die Rote Welle, jetzt ist Feierabend“*
Folgendes könnte jetzt ein sehr gewagter Interpretationsversuch und sehr weit hergeholt sein, oder eben den Sinn-Nagel auf den Kopf treffen. Wenn man den oberen Textabschnitt genauer unter die Lupe nimmt, dann kann man gewisse Parallelen zur hiesigen politischen Lage ziehen. Dank dem täglichen verbalen und medialen Spiritusverschleiß der AfD ist Immigrationspolitik mit Abstand das brennendste Thema in der Politik und der vehemente Rechtsschwung entwickelt sich zum größten Problem der Bundesrepublik. Die Kuh-auf-dem-Eis-Redewendung bekommt aus dieser Perspektive einen ganz anderen Kontext. Was Grossstadtgeflüster mit Alman-Straßen meinen könnten, wird auch deutlich, sobald man recherchiert, was es mit der Roten Welle auf sich hat. Die Rote Welle ist eine verlassene Wüstung, die zufällig bei Gerbstedt in Sachsen-Anhalt liegt. Mit diesem Wissen veränderen sich der Kontext und die Botschaft von „Feierabend“ dramatisch. Grossstadtgeflüster haben es satt, dass man in dieser Gesellschaft immer weniger Hemmungen hat, menschenfeindliche Aussagen vom Stapel zu lassen und damit auch noch ungeschoren davon kommt.
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