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Hard In Here – mit Dawn Ray’d, HIRS und Liturgy

Posted in: Hard in Here

Was für eine Ausgabe! Hard In Here Vol. 22 ist vollgestopft mit guten Gründen, warum man Black Metal und Hardcore trotz aller Frustrationen nicht an den Nagel hängen sollte – denn es gibt sie: die guten Bands mit guten Messages, die das Ende dieser reaktionären Sausage Party einläuten.

Dawn Ray’d – To Know The Light

Beginnen wir mit Dawn Ray’d. Treue Leser:innen werden sich an die vielleicht noch als Zugpferde der neu belebten RABM-Bewegung erinnern. Musikalisch gibt es auf ihrem dritten Album „To Know The Light“ wenige Überraschungen: Das britische Anarcho-Trio hat seinen folkigen Black Metal weiter perfektioniert, lässt sich mal von traditionellen Protestsongs und mal von traditionellen Extreme-Metal-Exzessen inspirieren und schafft damit eine Dynamik, die nicht so schnell langweilig wird.

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Im Vordergrund stehen aber weiterhin die Inhalte: „To Know The Light“, das sind zehn Battle Hymns, die zusammen einen Ruf zu den Waffen zum Klassenkampf ergeben. Und da unterscheiden sich Dawn Ray’d eben auf angenehmste Weise vom Black-Metal-Mainstream: Es geht nicht um irgendwelche fiktionalen Grauen oder Satan; es geht nicht um Nihilismus und Pessimismus; nicht um blinde Stiefelleckerei. Denn wir haben ganz reelle Feinde, aber auch etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Oder wie es im Song „Freedom In Retrograde“ heißt: „Though I have this creeping feeling that the dark is closing in, I still will fight for freedom for every living thing. If you still sing, then I’ll still sing.“

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The HIRS Collective – We’re Still Here

Wie sehnlich habe ich auf dieses Release gewartet! 17 Songs, über 35 Gastmusiker:innen – darunter die wundervollen Soul Glo, Thou und Cloud Rat – die einen Kinnhaken nach dem anderen ins straight white male Gesicht der Hardcore-Punk-Szene abfeuern. „We are spite“ sagen HIRS über sich selbst, und das hört man hier in jeder Sekunde. Mit seinem kollaborativen Ansatz schafft sich das Kollektiv eine ganz eigene Community, der zumindest ich persönlich unbedingt angehören möchte.

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„We’re Still Here“ knallt uns in einer halben Stunde ohne Gnade um die Ohren und man braucht locker drei bis vier Durchläufe, um das alles wirklich verarbeiten zu können. Grindcore-Musiker:innen geben sich hier mit Rapper:innen die Klinke in die Hand, Post-Hardcore trifft auf Alternative Rock, Welten kollidieren und erschaffen neue Welten, die ein Zuhause für all die bieten, die sonst nirgendwo willkommen sind. „These hearts collaborate and beat as one through noise and art, through chaotic passion and fun. Come here and get x’s and o’s. Don’t fear or fret; we’re here for you“, heißt es dazu in „XOXOXOXOXOX“. Was für ein wundervolles Spektakel.

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Liturgy – 93696

Okay, jetzt wird’s zugegebenermaßen ziemlich wild. Liturgy, das geistige Kind von Ravenna Hunt-Hendrix, ist für musikalische und geistige Grenzüberschreitungen bekannt, „93696“ ist jedoch locker das ambitionierteste Werk des mittlerweile zur Band gewachsenen Projekts. Ich werfe einfach mal den Begriff „Black-Metal-Oper“ in den Raum und hoffe, dass das nicht zu sehr abschreckt. Klassische Musik, Art Rock und Extreme Metal fusionieren hier zu einem Epos, das seinesgleichen sucht.

Ich will nicht lügen: Mit seinem musikalischem Maximalismus und Hunt-Hendrix‘ komplexen soziologischen, philosophischen, theologischen und kosmologischen Überlegungen ist „93696“ sehr weit außerhalb jeglicher Komfortzone. Dass das nicht das Schlechteste sein muss, zeigt sich in den zahlreichen ebenso erhabenen wie erhebenden Momenten dieses Bombasten, in denen sich der Himmel unter gleißendem Licht aufzutun scheint. Ich verstehe aber auch alle, die das alles einfach nur sehr anstrengend finden.

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Lamp Of Murmuur – Saturnian Bloodstorm

Wer seinen Black Metal etwas weniger herausfordernd mag, sollte die neue Lamp Of Murmuur nicht verpassen. Die Band gewann mein Herz mit ihren Post-Punk- und Goth-Rock-Einflüssen auf „Submission And Slavery“, auf ihrem dritten Album „Saturnian Bloodstorm“ wendet sie sich jedoch vom Sad-Boi-Metal ab und beschwört eher Winter-Warrior-Vibes à la Immortal herauf. Die Produktion klingt größer und cleaner als zuvor, das traditionelle Riffing treibt hier beständig nach vorne, anstatt in den dunklen Abgründen des Selbst zu verharren. Mein Lieblingsalbum von Lamp Of Murmuur wird „Saturnian Bloodstorm“ so nicht werden, ein solides Genre-Release ist es aber allemal.

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Gel – Only Constant

Enden wir mit einem Knall: „Only Constant“ ist das erste Album von Gel (end-lich!), die seit 2019 mit ihrem „hardcore for the freaks“ die Szene umkrempeln. Und was soll ich sagen? Das ist einfach ein verdammt gutes Hardcore-Release. Nicht revolutionär, nicht mal unbedingt besonders originell, aber in seiner knackigen Schlichtheit so verdammt effektiv und mitreißend, dass es doch besondere Aufmerksamkeit verdient. Diese Songs sind gemacht für schwitzige Clubs, Mosh Pits und Stage Dives. Oder eben für heftiges Mitnicken und Fäuste ballen in der S-Bahn. Kann ich so oder so nur empfehlen.

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Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.

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