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Vom Retten und gerettet werden – Ilgen-Nur veröffentlicht mit „Easy Way Out“ ihre Absage an den einfachen Abgang

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Eine nächtliche Autofahrt, Hände umklammern das Lenkrad eines Ford Mustangs, im Zündschloss steckt eine blecherne Reminiszenz an die leuchtendste aller Großstädte, die im Musikvideo zuvor noch Kulisse für Ilgens lyrischen Hirngespinste wurde. Jetzt, ein Video-Release später, ist von Leuchtreklamen, Wahrzeichen und Kaffee-Philosophien nicht mehr viel übrig. Das einzig leuchtende, sind die Scheinwerfer des Mustangs, die ihre Kegel, mühsam einige Zentimeter über den Asphalt erheben und in Sekunden-Abständen, auf der Fahrbahn liegende Menschen sichtbar machen. Ein bisschen Horror-Szenario, ein bisschen Knight Rider, ganz viel Ilgen-Nur.

Fast schon suchend begeben sich die gelblichen Scheinwerfer auf die verlassene Landstraße. Komplett verlassen, wären da nicht all diejenigen, die sich offenbar den einfachen Ausweg suchend, zusammengekrümmt, Kopf auf Teer mit allem abgefunden haben und auf Beendigung ihres Daseins warten. Anstatt aber vor den Kühlergrill zu geraten, landen alle eben noch so entschlossenen auf der Rückbank. „Easy Way Out“ – nicht mit Ilgen.

Ilgen-Nur – Easy Way Out

Dass die nächtliche Fahrt über die Landstraße für alle Beteiligten ein gutes Ende, also keines nimmt, macht Ilgen schon mit dem ersten Satz deutlich. „I am stronger, than I might think“, das gilt nicht zuletzt und vor allem auch für sie selbst. Denn anstatt sich selbst komplett der Rolle als Ritter der Nacht hinzugeben, ereilt auch Ilgen in den letzten Sekunden des Videos genau dasselbe Schicksal, dessen sie eben noch Zeuge wurde. Vom Steuer vor die Haube, wir müssen alle mal gerettet werden.

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