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Im explosiven Video zu „Voodoo Money“ reinigt sich Serious Klein von seinen geldinduzierten Sünden rein.

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Der Protagonist in „Voodoo Money“ legt die typische Hustler-Mentalität an den Tag, ganz nach dem Motto: „Der Zweck heiligt die dreckigen Mittel. Komme was wolle, ich mache mein Geld“. Dass ihn das schnelle Geld dabei zu einer Marionette seiner eigenen, niederen Begierden macht erkennt nur der aufmerksame Zuhörer. Die intensiven Visuals heben diese Prämisse auf eine noch rohere und essenziellere Ebene. Die, wie von Hunden getriebenen, auf und ab rennenden Gangster befinden sich in ihrer unstillbaren Gier nach irdischem Reichtum in einem Kreislauf, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Lediglich ein einziger Ausweg wird in Aussicht gestellt: Wer den geraden Weg verlassen und sich selbst im Geld verloren hat, kann Absolution nur erreichen, wenn sich die eigenen Werte verschieben. Dementsprechend wird Serious Klein im Video getauft und bekommt damit die Möglichkeit, ein neues Leben als gottesfürchtiger Mensch zu führen, dessen höchstes Gut die christlichen Werte sind.

Serious Klein – Voodoo Money

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Interessanterweise zieht die philosophische Geschichte Parallelen zum inhaltlichen Höhepunkt von Kendrick Lamars Klassiker-Album „Good Kid, m.A.A.d. City“. Der Skit auf „Sing About Me/I’m Dying of Thirst“ beschreibt die endgültige Resignation der Protagonisten und die darauffolgende Rettung aus der sicheren Verdammnis durch den neu gefundenen Glauben an etwas Höheres, Überirdisches.

*Lord God, I come to you a sinner And I humbly repent for my sins I believe that Jesus is Lord I believe that you raised him from the dead I will ask that Jesus will come to my life And be my Lord and Savior I receive Jesus to take control of my life And that I may live for him from this day forth Thank you, Lord Jesus, for saving me with your precious blood In Jesus‘ name, Amen* – Zitat aus „Sing About Me/I’m Dying of Thirst“ von Kendrick Lamar

In Zeiten von gehalts- und seelenlosen, immer gleich klingenden Playlist-Songs bringt Serious Klein nicht nur inhaltlich frischen Wind, sondern serviert zusammen mit Grammy-Produzent und Partner-in-Crime Rascal ein weiteres Mal innovativen Sound, der den hiesigen Status-Quo herausfordert. Nach dem eher sozialkritischen „Coochie Money“ ist „Voodoo Money“ der zweite Teil einer Trilogie, die auf dem langerwarteten Debütalbum von Serious Klein stattfindet. „You Should’ve Known“ erscheint am 19. Oktober 2018 und ist jetzt schon eines der vielversprechendsten Releases aus diesem Jahr.

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