In der Ruhe liegt die Kraft: LAVENDER rappt nonchalant
„Ich bin auf mein’m Starshit und zurück komm’ ich nie!“ – mit diesen Worten beginnt der jüngst veröffentlichte Track „MOSHPIT“ von LAVENDER. Der junge Rapper veröffentlicht mittlerweile seit fast fünf Jahren Musik. Der erste Song „Voulez vous“ aus 2021 war dabei der Startschuss. LAVENDER hat inzwischen viele Songs released und deswegen ist es allerhöchste Eisenbahn sich genauer mit ihm auseinander zu setzen. Mit Starshit behält LAVENDER jedenfalls Recht, so viel schonmal vorab!
LAVENDER! So wie Lavendel?
Eigentlich aus Wuppertal, hat der Musiker seit einigen Jahren seine Heimat in Mönchengladbach gefunden. Die Stadt in NRW prägt dabei seinen Sound und gemeinsam mit Künstlerkollegen wie Sadi, Kion oder den Boloboys forscht LAVENDER an seiner künstlerischen Identität. Und dazu gehört manchmal auch eine Künstler-Persona, um sich privat abzugrenzen. LAVENDER ist geboren!
Der Künstlername dürfte wahrscheinlich viele an die lilafarbene Pflanze erinnern, die nicht nur herrlich duftet, sondern uns auch gerne mal beruhigt. Und tatsächlich ist Lavendel auch bei LAVENDER Programm! Denn wie der Rapper im DIFFUS Portrait erzählt, ist Lavendel nicht nur die Lieblingsfarbe des Musikers, sondern trifft auch seinen Wesenskern: entspannt, gelassen und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen – man könnte fast sagen: nonchalant.
LAVENDER: Raptracks mit Tiefe
Genau so klingt auch die Musik von LAVENDER. Zwischen klaren Beats und elektronischen Instrumentals bahnt sich die Stimme des Rappers ihren Weg. Die typischen Rap-Elemente werden mit atmosphärischen Sounds durchbrochen und so entsteht Lavenders ganz eigener Vibe. Durch seinen Hang zu Stimmung und Sound übermittelt LAVENDER eine hörbare Sensibilität wie auf „Warmer Regen“ oder „Kannst du mich verstehen“. Für LAVENDER sind Artists wie Sahbabii und XXXTENTACION besonders prägend gewesen – und das hört man!
Auch die neueste Single „MOSHPIT“ vereint die unterschiedlichen Komponenten und reiht sich damit in das bisherige Schaffen von LAVENDER ein. Auch wabernde Melodien und gitarrenlastige Songs lassen sich schon jetzt in LAVENDERs Katalog finden. Songs wie „so f*cked up!” oder die Feature-Single „Madrid“ mit Yung Died lehnen sich dabei sogar an poppige Beats.
LAVENDER: Das L steht für Lyrik
Auch thematisch zeigt LAVENDER schon jetzt eine ganze Bandbreite an Inhalten. Während Songs wie „Faux pas“ tiefere Emotionen des Musikers zum Ausdruck bringen, kann man in den bisherigen Tracks immer wieder heraushören, wie wichtig dem Rapper Gefühle sind. An dieser Stelle lohnt es sich zu erwähnen, dass für LAVENDER selbst bei seiner Musik wichtig ist, dass diese nicht nur von Emotionen getränkt ist, sondern auch von Lyrik: „Sie tauschen Seele gegen Geld / Sag mir bleibt der Sinn? Sag mir wo führt das hin?”. Mit seinen Songs zeigt LAVENDER auch Haltung und stellt Dinge infrage, die sonst vielleicht einfach unkommentiert stehen würden. Mit seiner Musik schafft er einen neuen Blick auf das festgefahrene Männerbild, das unsere Gesellschaft gerade prägt.
Wo LAVENDERs Musik hinführt, bleibt noch ungewiss. Aber es ist wohl sicher zu sagen, dass die Reise gerade erst richtig Fahrt aufnimmt. Die neueste Single „MOSHPIT“ nehmen wir dabei beim Wort und sehen uns hoffentlich bald im freundlichen Gerangel, während LAVENDER auf der Bühne rappt!
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