Indie-Pop-Musikerin Ronja singt zärtlich und wütend über ihr „Geflicktes Herz“
Paula Hartmann hat in ihrem Song „gebrochenes Glas“ die Line: „Haben uns geflickt mit Stacheldraht / Doch jedes Wort, das du sagst, reißt an der Naht“. Die Singer-Songwriterin Ronja fügt diesem Bild mit ihrer neuen Single „Geflicktes Herz“ ihre eigene Perspektive zu.
In ihrer neuen Single singt Ronja von einer toxischen Beziehung, von der man eigentlich wegrennen möchte, aber sich selbst immer wieder darin zurückfindet. Ein Auf und Ab, bei dem die Grenze zwischen Verletzung und Selbstverletzung langsam verschwimmt. „Bist du der Typ / Aus der Truman Show / Um den sich alles dreht / Ich scheiter weiter jede Nacht / Bei dem Entkommen deiner Welt / Und spielt der Film von vorne los / Dann lieben wir uns unentwegt“.
Ronja fängt dieses endlose Gefühl vom Weglaufen und wieder zurückkommen auch im Musikvideo auf. Egal was sie versucht, sie bleibt auf der Stelle rennen, bis dieser Teufelskreis auch noch Feuer fängt.
„Geflicktes Herz“ knüpft an die Verletzlichkeit und Wehmut von „Sorgenkind“ an, aber die düstere E-Gitarre wird ersetzt durch warme Synths und rhythmische Drums. Weiterhin düster stellt sich die Frage, ob Ronja diesem Kreislauf selbst genähter Narben entkommen kann und das Herz nicht ein weiteres Mal brechen muss. Die Antwort befindet sich vielleicht auf einen der anderen fünf Songs, die auf Ronjas frisch angekündigten zweiten EP noch auf uns warten. „Ding im Brustkorb“ erscheint am 10. Oktober.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.