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Kanye West referenziert mit seinem Album-Cover die rechtsextreme Band Burzum

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Eigentlich möchte man dieser Tage ja am liebsten einfach seine Augen vor allem verschließen was Ye fka Kanye West so treibt. Manchmal ist aber selbst das schwierig – zum Beispiel wenn der Typ mal wieder mit Neonazi-Referenzen um sich wirft. Die Rede ist von „Vultures“, seinem kommenden Kollabo-Album mit Ty Dolla $ign, das am Freitag nach zahlreichen Verschiebungen erscheinen soll.

Aus dem ungewöhnlichen Aufnahmeprozess mitten in der Wüste sind in den letzten Monaten immer wieder Bilder aufgetaucht, aber dem wollen wir an der Stelle nicht noch mehr Plattform bieten. Viel brisanter ist das Albumcover, das im Zuge von Yes Release Party in Miami aufgetaucht ist. Es zeigt den Titel „Vultures“ in einer Fraktur-Schriftart, darunter ein Kunstwerk von Caspar David Friedrich in Graustufen. Eine Ästhetik, die User:innen auf X und Reddit an Burzum erinnert hat, das Black-Metal-Projekt des Norwegers Varg Vikernes.

Ein übler Beigeschmack

Wegen seiner rechtsextremen, rassistischen und nationalsozialistischen Ansichten wird Burzum von vielen als Neonazi-Band eingestuft. Dazu kommt, dass Varg 1994 wegen dem Mord am Mayhem-Gitarristen Øystein Aarseth sowie mehrfacher Brandstiftung von Kirchen und Waffenbesitz zur Höchstrafe verurteilt und inhaftiert wurde. Trotz oder gerade wegen dieser Taten genießt Burzum einen fast schon mythischen Kult-Status in den problematischen Ecken der Black-Metal-Szene. Dass diese nur eine Minderheit ausmachen und dass es mit Red and Anarchist Black Metal einen spannenden Gegenpol gibt, erklärt Christina Wenig in ihrer „Hard in Here“-Kolumne und in der ersten DIFFUS-Printausgabe.

Dass Ye nun eine ähnliche Schriftart wie Burzum verwendet und seine Grafik ähnlich anordnet kann natürlich Zufall sein – hat aber in der Diskographie von jemandem, der zuletzt offen antisemitische Aussagen getätigt hat einen ziemlich üblichen Beigeschmack. Dazu kommt dann das offizielle „Vultures“-Logo, das irgendwie verdächtig an das deutsche Bundeswappen erinnert, oder auch die schwarze KKK-Kluft, die er bei der Listening Party in Miami getragen hat. Eine schwierige Anhäufung von Referenzen, die Yes Schaffen endgültig in ein problematisches Licht rückt. 

Die Sache mit der Cancel Culture

Die Szene reagiert darauf bisher… so gut wie gar nicht? Auf seinem Listening Event posiert Ye mit Albumgästen wie Lil Durk und Freddie Gibbs, sogar James Blake soll auf dem neuen Projekt vertreten sein. Highsnobiety verkündet die „Yeezy Season“, Complex postet eine Bilder-Galerie vom Event und in den Kommentaren freut man sich auf das neue Album. Die antisemitischen Kommentare aus der Vergangenheit scheinen vergessen, die problematischen Referenzen auch – und die böse „Cancel Culture“ hat am Ende wohl doch nicht so viel Macht, wie Typen wie Ye behaupten.

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