Kanye West sampled Alice Merton auf neuem Song mit Kid Cudi
Bereits vor wenigen Tagen schrieben wir, dass man dieser Tage am liebsten einfach seine Augen vor allem verschließen möchte, was Ye fka Kanye West so treibt. Manchmal ist aber selbst das schwierig – zum Beispiel wenn der Rapper mal wieder mit Neonazi-Referenzen um sich wirft. Die Rede ist von „Vultures“, seinem kommenden Kollabo-Album mit Ty Dolla $ign, das eigentlich am vergangenen Freitag nach zahlreichen Verschiebungen erscheinen sollte. Beim Cover-Artwork des Albums hat sich Kanye West nämlich von der rechtsextremen Band Burzum inspirieren lassen. Das hat in der Diskographie von jemandem, der zuletzt offen antisemitische Aussagen getätigt hat einen ziemlich üblichen Beigeschmack. Hinzu kommt die schwarze KKK-Kluft, die er bei seiner Listening Party in Miami getragen hat. Eine schwierige Anhäufung von Referenzen, die Yes Schaffen endgültig in ein problematisches Licht rückt.
Alice Merton-Sample taucht beim Vegas-Rave auf
Bei der zweiten Listening Session zum Album „Vultures“, die gestern in Las Vegas stattfand, spielten Kanye West und Ty Dolla $ign einen Song, der nicht nur überraschenderweise die Wiedervereinigung mit Kid Cudi markiert, sondern auch ein Sample von Alice Merton enthält.
Im Song „Gun to my Head“ wird ein tiefer gepitchtes Sample des Alice Merton-Songs „Blindside“ aus dem Jahr 2022 verwendet, außerdem basiert die Hook des Songs ebenfalls auf dem Original der Sängerin. Ob Alice Merton und ihr Team bis zur Listening Session davon wussten, ist fraglich.
Die Szene reagierte auf Kanyes Ausfälle bisher so gut wie gar nicht. Auf seinen Listening Events posiert Ye mit Albumgästen wie Lil Durk, Freddie Gibbs oder nun Kid Cudi, sogar James Blake soll auf dem neuen Projekt vertreten sein. Highsnobiety verkündet die „Yeezy Season“, Complex postet eine Bilder-Galerie vom Event und in den Kommentaren freut man sich auf das neue Album. Die antisemitischen Kommentare aus der Vergangenheit scheinen vergessen, die problematischen Referenzen auch – und die böse „Cancel Culture“ hat am Ende wohl doch nicht so viel Macht, wie Typen wie Ye behaupten.
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