KennyHoopla bereitet mit seiner Debüt-EP die Indie-Revolution 2020 vor
Als Kenneth La‘ron aka KennyHoopla vor 23 Jahren in Cleveland, Wisconsin das Licht der Welt erblickt, weiß er noch nicht, dass die – sich etwa zur selben Zeit formierende – Band Bloc Party zu einem seiner größten musikalischen Einflüsse entwickeln wird. Auch wenn der US-Amerikaner in seiner Kindheit durch viele musikalische und künstlerische Eindrücke geprägt wird und sich selbst der Fotografie, der Malerei und der Kunst des Breakdance widmet, beginnt er erst von knapp drei Jahren damit, Musik im Early-2000er-Punk-Rock-Stil zu machen. Dabei sieht man dem Alternativkünstler seine musikalische Orientierung optisch absolut nicht an: Sein geschmackvoller Kleidungsstil und ein ganz besonderes Händchen für Ästhetik lassen Kenneth visuell eher den Eindruck erwecken, einer der aufstrebenden R’n’B- oder Hip-Hop-Künstler dieses Jahres zu sein. Aber weit gefehlt: Seine Musik bezeichnet der Artist nämlich als „New-Wave-Nostalgie“ und lässt darin den einzigartigen Sound von Bands wie Kele Okereke, Two Door Cinema Club, Joy Division und The Drums unbeschwert einfließen.
KennyHoopla – how will i rest in peace if i’m buried by a highway? //
Anfang dieses Jahres musste man noch vergeblich nach einem Debüt-Werk des Künstlers suchen und sich mit vier Singles zufriedengeben. Doch seit Mai gibt es endlich mehr von dem Ausnahme-Talent zu hören: „how will i rest in peace if i’m buried by a highway? //” heißt nicht nur die im Sommer erschienene EP des Indie-Künstlers, sondern auch seine aktuell erfolgreichste Single. Doch wer denkt, mit diesem Track – bei dem der Einfluss von Bloc Partys „Banquet“ unüberhörbar ist – sei der Sound von KennyHoopla ausreichend und wasserdicht definiert, der irrt sich gewaltig. Das knapp 23 Minuten füllende Debüt-Tape eröffnet nämlich eine gigantische Welt aus Indie-Rock, Punk-Rock, New Wave und Dance-Punk, in der sich Kenneth mit seiner leidenden, sehnsuchtsvollen Stimme spielerisch von einer Inspirationsquelle zur Nächsten bewegt.
Im Interview mit dem englischsprachigen Musikmagazin NME erzählt der 23-Jährige, dass es ihm dabei nicht darum geht, den Sound eines vergangenen Jahrzehnts zu kopieren: „Ich versuche stattdessen, eine neue (Nostalgie) zu schaffen, die im Augenblick lebt. Ich versuche nicht, ein Genre oder einen Klang neu zu definieren – ich versuche, mich selbst durch die Musik neu zu definieren. (…) Ich wollte mich selbst vorstellen“, sagt Kenneth über die Debüt-Sammlung. „Ich bin sicher, dass mein Sound ‚all over the place‘ ist und die Leute es lange Zeit nicht verstehen werden, aber es ist eine Einführung in meine Welt. Sie macht es mir möglich, in Zukunft genauso zu manövrieren. Das wollte ich in den Vordergrund stellen.“
KennyHoopla – plastic door //
Wann wir Neues von KennyHoopla zu hören bekommen und ob der 23-Jährige schon an einem ersten Album tüftelt, steht leider noch in den Sternen. Sicher ist aber, dass in dem Musiker vermutlich noch viele andere Soundgerüste und Text-Skizzen schlummern, die nur darauf warten, an die Oberfläche zu gelangen: „Indie-Rockmusik hat eine Aura und einen Klang und eine Energie, die ich nicht erklären kann, aber ich habe das Gefühl, dass ich sie in mir habe.“Wir sind gespannt, in welcher Form diese Energie in Zukunft einen Weg in die Indie-Playlisten der Welt findet.
KennyHoopla – Sore Loser //
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