„K-K-K-K-Kitschkrieg“ und Co.: Zehn Producer Tags mit Wiedererkennungswert
Rapper sind die Rockstars der heutigen Generation und werden gebührend als solche gefeiert. Oft vergisst man dabei die Produzenten – schließlich erledigen sie ihren Teil der Arbeit nahezu inkognito, hinter dem Laptop statt mitten im Scheinwerferlicht. Ein Weg, sich trotzdem einen Namen im stetig wachsenden Markt zu machen, sind Producer Tags. Das sind kurze Sound-Elemente, die zu Beginn eines Songs den Produzenten ankündigen. Ob ein befreundeter Rapper die einspricht, eine verführerische Frauenstimme oder einfach ein Kleinkind – gibt es alles. In unserer Liste haben wir 10 Beispiele für euch parat. Disclaimer: Schein-Produzenten wie DJ Khaled („Anotha one!“) zählen nicht.
DJ Mustard
Wir beginnen mit einem Klassiker. Wohl kaum einer hat die frühen 2010er überlebt ohne das charakteristische „Mustard on da beat, hoe!“zu hören. Kein Wunder, schließlich ist der Produzent dahinter, DJ Mustard, verantwortlich für die größten Hits von Tyga, Kid Ink und Chris Brown. Eingerappt hat den berühmten Tag allerdings Westcoast-Rapper YG, mit dem DJ Mustard regelmäßig kollaboriert. Dass Mustards Beats alle auf der selben Zauberformel aus Club-Bassline und den rhythmischen Rufen einer fiktiven Crowd bestehen ist dabei ein offenes Geheimnis, den Tag macht es aber nicht weniger ikonisch.
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808 Mafia
Ebenfalls Stammklientel hat das Produzenten-Kollektiv 808 Mafia rund um Southside und TM88. Statt dem elektronischen Club-Sound von Mustard haben sie sich ihrem namensgebenden 808-Trap verschrieben und damit eine ganze Welle von Rappern wie Future, Young Thug und den Migos mit düsteren Bangern ausgestattet. Neben eigenen Tags von Mitgliedern wie Southside gibt es den 808-Mafia-Tag in den verschiedensten Variationen, aber spätestens nach der typischen Horror-Sirene weiß man Bescheid.
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Metro Boomin
Aus einem ähnlichen Umfeld kommt Produzent Metro Boomin. Er hat die Anfänge von Young Thug, Future und Travis Scott begleitet und seinen düsteren, skelettalen Stil auf Kollabo-Alben mit 21 Savage oder auch Gucci Mane etabliert. Seine Sternstunde ist wahrscheinlich die Mitarbeit an Kanye West‘s „Father Stretch Your Hands Pt.1“ – ein Song, bei dem Metro Boomins Tag den entscheidenden Moment vor der großen Hook von Kid Cudi einnimmt. Sein Tag hat im Laufe der Zeit schon die verschiedensten Formen angenommen: Egal ob Young Thugs „Metro Boomin want some more“oder „If Young Metro don‘t trust you, I‘m gon‘ shoot you!“ von Future – legendär sind beide.
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Mike Will Made It
Es steckt schon im Namen: Mike Will Made It hat es geschafft. Er ist nicht nur Produzent, sondern vor allem Labelboss der Ear Drummers. Wenn euch das nichts sagt: Dreht es mal um. Dann steht da nämlich Rae Sremmurd, das wohl erfolgreichste Projekt, dass Mike Will Made It produziert. Neben dem harten Trap-Sound des Duos ist er auch für den soften R&B von Swae Lees Solo-Projekt verantwortlich, außerdem hat er bereits mit Größen wie Miley Cyrus und Pharrell Williams zusammengearbeitet.
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Minhtendo
Wer bisher dachte, dass deutsche Produzenten auf dieser Liste ausgespart werden, der liegt falsch. Der nächste Kandidat ist jetzt schon für einen Producer Tag bekannt, der bisher nur einmal zum Einsatz kam. Das klingt genauso skurril, wie es sich liest und zwar auf Rins neuestem Machwerk „Fabergé“. Minhtendo ist Hausproduzent, DJ und Musikvideo-Sidekick der Bietigheimer Hitmaschine. Wie Rin seinen Homie im Producer Tag beschreibt, klingt zwar zugegeben komisch, könnte aber zutreffender kaum sein: „Min‘ macht voll die Hits!“. Amen.
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Murda Beatz
Lenken wir unseren Blick wieder nach Amerika, sieht man, dass Metro Boomin und die 808 Mafia inzwischen längst nicht mehr die einzigen sind, die mit finsterem Trap-Sound auf sich aufmerksam machen. Ein relativ neuer und doch gefragter Name ist Murda Beatz, der neben einem gemeinsamen Tape mit Smokepurpp auch schon für Drake produziert hat. Letzterer hat Murda Beatz‘ Tag sogar in eine Zeile eingebaut und den Produzenten damit ins Rampenlicht gestellt: „If it‘s a chit-chat thing, better talk nice/ Murda on the beat, so it‘s not nice!“
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Kenny Beats
Ein weiterer neuer Name ist Kenny Beats. Von Twitter-Usern liebevoll als „der einzige weiße Cracker mit Rhythmus-Gefühl“ bezeichnet, scheint der Produzent gerade alles richtig zu machen. In einer eigenen Youtube-Show bastelt er Beats für Freestyles befreundeter Rapper, außerdem platziert er sich stets auf Augenhöhe mit seinen jeweiligen Kollabo-Partnern wie Rico Nasty und Key!. Letzterer hat ihm den genauso simplen wie eingängigen Tag verpasst: „Whoah, Kenny!“. Vermutlich werden wir diesen in Zukunft nicht mehr nur im Intro brachialer Trap-Banger hören, auch Pop-Künstler wie Dominic Fike verlassen sich auf Produktionen von Kenny.
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Pierre Bourne
Pierre Bourne ist auf dieser Liste sicherlich nicht der berühmteste Name. Dafür prägt der Rapper und Produzent wohl am meisten den aktuellen Zeitgeist und hat eine Art zweite Welle des Trap-Sounds losgetreten. Durchbruch für Pierre Bourne war Playboi Cartis Hit „Magnolia“ – ein Song, der den Mainstream erstmals mit den abgestumpften Bässen und verstrahlten Flöten-Melodien bekannt machte, auf denen heute die halbe Hip Hop-Szene rappt. Von „Magnolia“ kennen sicherlich viele auch den zugegeben speziellen Tag von Pierre Bourne, inklusive Tür-Knarzen: „Ayo Pierre, you wanna come out here?“
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KitschKrieg
Von deutschen Produzenten kann man 2019 nicht reden, ohne unweigerlich auch den Namen KitschKrieg in den Mund zu nehmen. Das Trio hat es geschafft im Rahmen von Produktionen für Trettmann, Haiyti und Joey Bargeld eine ganz eigene Identität aufzubauen: Schwarz-weiße Videos und Artworks, minimalistische, kühle Beats, die aus einer immer ähnlichen Palette von Raver-Sound und Dancehall-Einflüssen zehren. Teil des KitschKrieg-Kosmos ist natürlich auch ihr berühmter Tag „K-K-K-K-Kitschkrieg“, mit dem sie ihre Beats versehen. Mit zunehmender Bekanntheit des Kollektivs kennen auch immer mehr Hörer diesen Tag, sodass inzwischen auf manchen Tracks ein einfaches „K-K-K“-Gestotter ausreicht, um zu wissen wer da die Hände im Spiel hat. Wichtige Info: Eigentlich ist der KitschKrieg-Tag nur eine deutsche Variation des nicht weniger legendären Tags von Rick Ross‘ Label: „M-M-M-M-Maybach Music“.
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Pharrell Williams
Am Ende unserer Liste kommen wir zu einem Künstler, der das Produzenten-Game durchgespielt hat: Pharrell Williams. Seine Beats kommen nicht nur auf Songs seiner Gruppe N.E.R.D. oder eigenen Solo-Hits wie „Happy“ zum Einsatz, auch Weltstars wie Kanye West, Pusha T oder Snoop Dogg schätzen seine Arbeit. Pharrells Sound ist dabei so wiedererkennbar, dass er sich einen typischen Producer Tag längst sparen kann und viel subtiler vorgeht: Am ersten Ton hängen sich seine Beats auf, werden kurz gelooped, bevor es weiter geht. That‘s it. Ein winziges Detail, das vielen sicherlich gar nicht erst auffällt und trotzdem ein Gütesiegel für Pharrells Profi-Sound ist.
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