Mit „Everytime I See You Again“ definiert der Südlondoner DWY seinen ganz eigenen Neo-Soul-Ansatz
Eigentlich ist Jeffrey Jacob Abrams ein weltweit renommierter Regisseur, Drehbuchautor und Produzent für Film und Fernsehen. Seine Vita platzt regelrecht vor Blockbuster-Material, welches sich aus Filmen wie „Cloverfield“ (2008), der „Star Trek“ Reboot-Reihe und der Sequel-Trilogie von „Star Wars“ zusammensetzt. Während er als Executive Producer vermutlich mitten in der finalen Produktionsphase für Episode Neun steckt, die noch dieses Jahr erscheint, eröffnet J.J. Abrams mal nebenbei ein Musiklabel. Zu seiner Filmproduktionsfirma „Bad Robot“ gesellt sich „Loud Robot“, ein Indie-Label, welches in Zukunft sowohl etablierten Künstler als auch Newcomern ein musikalisches Zuhause sein soll. Zu den ersten Signings der lauten Maschine gehört auch DWY, der mit „Everytime I See You Again“ heute seinen ersten „Loud Robot“-Song veröffentlicht hat.
DWY – Everytime I See You Again
https://youtu.be/nUCCRitclz4Aber wer oder was steckt eigentlich genau hinter diesen drei ominösen Buchstaben? DWY ist ein Songwriter, Sänger und Produzent aus Südlondon, der im vergangenen Jahr seine beiden Songs „Over You“ und „Everything“ in vollkommener Selbstständigkeit veröffentlicht hat. Diese sind in einer völlig unmöblierten Wohnung entstanden, die DWY ausschließlich mit seinem Musik-Equipment ausgestattet hat, nachdem er sich regelmäßig selbst beim Uni-Schwänzen ertappt hat. Anstatt Seminare zu besuchen, widmete sich der junge Künstler schon damals lieber seiner Musik. Diese „Fixierung“ könnte durchaus mit seinem menschlichen Wesen zusammenhängen: „As a person I don’t always feel comfortable to say what I feel, I have the bad habit of keeping things bottled up, so music is my only outlet, I write everything that’s going on inside my head. My music is completely personal to me.”
So verarbeitet DWY in „Everytime I See You Again“ die ungeklärten Gefühle zu einer langjährigen (eigentlich platonischen) Freundin: „ (…) we always kind of had a vibe with each other, but something always seemed to be in the way. Every time I’d see her years later, I’d go back to that place. It’s about how time doesn’t always change things.“ Soundtechnisch bewegt sich der Song zwischen geschmeidigen Drumpatterns und sanften Sample-Melodien. Getragen wird das Instrumental von einer Basslinie, die man dank der reduzierten Produktion, nie ganz aus den Ohren verliert. Alles in allem klingt der Song perfekt für die eigene Bedroom-Soul Playlist, wo er direkt neben Frank Ocean, Ari Lennox und Sampha Platz nehmen könnte. Man darf gespannt sein, wie sich DWY mit Loud Robot und J.J. Abrams im Rücken entwickeln wird.
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