Negroman begeht im Video zu „Bauchredner“ einen Raubüberfall
„Bauchredner“ knüpft mit seinem düster-tiefen Streicher-Sample und der gewohnt komplexen, schon fast kryptischen Lyrik von Negroman nahtlos an sein bisheriges Gesamtwerk an. Beim Hören blitzen vor dem inneren Auge kalte Straßen- und Gansterbilder auf. Diese Metaphorik scheint sich allerdings auf allerlei anderer Themen zu beziehen. Beispielsweise schwebt eine fade Vorstellung von dem typschen, mittelständischen Leben mit, während man im zweiten Part eine unterschwellige Abrechnung mit allem, was momentan im Deutschrap irgendwie Hype hat, vermuten kann. Die Rede ist von ominösen Werten wie „Ehre“, dem Fashion-Namedropping oder etwa den Deutschrap-Verschwörungstheorien. Tatsächlich ist es schwer klar festzumachen, worum sich „Bauchredner“ tatsächlich dreht, oder ob es überhaupt eine einzige übergreifende Thematik gibt, doch zumindest sind die beiden Parts des Songs allein anhand des unterschiedlichen Stimmeinsatzes schon zu trennen. Denn der erste Verse wird, ähnlich wie die Hook, mit einer gewissen Ruhe fast schon Trance-artig dargeboten, während der zweite mit einer wesentlich durchdringenderen Stimmlage auf den Beat gebracht wird.
Negroman – Bauchredner
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Das dazugehörige Video glänzt mit trüber Ganoven-Versteck Ästhetik. Auch hier liefern die einzelnen Verses die Bild-erzählerische Trennlinie, denn zunächst sieht man Negroman und seine Komplizen kurz vor dem Verbrecher-Showdown bei finalen Vorbereitung für einen geplanten Einbruch. Gönnerhaft steht Negroman am Ausgang und versorgt seine Bande mit Sturmmasken. Kleiner Funfact: Live From Earth-Rapkollege Naru ist ebenfalls einer seiner Komplizen. Statt (vermutlich) unpassender Raub-Action wird im zweiten Part unmittelbar zur glorreichen Ankunft nach begangener Missetat geskippt. Die Beute bekommen wir nicht direkt zusehen. Sie befindet sich nämlich in einer Tasche, aus der das gestohlene Gut jedoch golden scheint – Eine klare und schöne Hommage an den rätselhaften Koffer von Marcellus Wallace aus Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“. Der besagte Koffer mit dem gold scheinenden Inhalt wurde 1994 von den Protagonisten/Auftragskillern Jules Winnfield und Vincent Vega im Rahmen einer ikonischen Szene sichergestellt. Doch zurück zu Negromans Beute, deren Verbleib bis zum Ende des Videos fragwürdig bleibt. Denn auf die schemenhaften Clips von feiernden Bandenmitgliedern in Rot und Gold folgt der finale Shot, der Negroman als einzigen im Versteck bei Bewusstsein zeigt und vermuten lässt, dass er seine vermeintlichen Komplizen mindestens betäubt hat, um sich samt Gold-Tasche aus dem Staub zu machen.
Knapp einen Monat nach dem Release von „Cuck“ am 26.09.2019 begibt sich Negroman übrigens auf die Drei Städte Tour.
DIFFUS präsentiert: Negroman auf Drei Städte Tour 2019
24.10.19 – Hamburg, Häkken 25.10.19 – Stuttgart, Freund & Kupferstecher 26.10.19 – Berlin, Musik & Frieden
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.