DIFFUS

Neue EP: Pashanim reist in die „Tage vor 2000“

Posted in: News
Tagged: Pashanim

Man hätte meinen können, das Jahr 2023 geht für Pashanim eher ruhig zu Ende. In den letzten Monaten war er auf Tour und hat viel live gespielt, parallel dazu aber kaum neue Musik veröffentlicht. Mit „Bagchaser Can“ und „Ms. Jackson“ kamen nur zwei Singles, die es dafür umso mehr in sich hatten und uns durch den Sommer begleiteten.

Während man sich nun also im Bekanntenkreis schon langsam einen guten Rutsch wünscht, macht Pasha das, was er am besten kann: Wie aus dem nichts droppen. Auf Instagram schreibt er am Donnerstag: „Heute Abend neue EP und Musikvideo“. Später ist es dann tatsächlich soweit: Kurz bevor sich das Jahr 2023 verabschiedet, veröffentlicht Pashanim seine neue EP „Tage vor 2000“. 

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Ein klangvoller Titel, der zum einen an Travis Scotts berühmte Pre-Album-EP „Days before Rodeo“ erinnert und zum anderen eine gewisse Y2K-Nostalgie transportiert – obwohl Pashanim selbst erst 2000 geboren ist. Dieses Gefühl bestimmt auch den ersten Song des Projekt, der die Hörer:innen in Pashas Jugend in Kreuzberg eintauchen lässt: „Nichts ist wie das erste Mal Geld machen, erster Kuss, vor Blaulicht renn’ / Schule schwänzen, auszupennen, cool fühlen, draußen hängen / Erste falsche Freunde, erste Trennung, erster Liebeskummer / Songs schreiben, platzen über Nacht und dann nie wieder hungern“. Diese Hook klingt auf dem melancholischen Trap-Beat ein bisschen nach Bushido, ein bisschen nach Prinz Pi, definitiv cheesy, aber auch definitiv authentisch.

Klare Haltung

In der Videoauskopplung „Airberlin“ weht dafür ein ganz anderer Wind. Auf dem aufgekratzten Drill-Beat von Axl, der bereits für Drake und Pop Smoke produziert hat, äußert sich Pashanim nämlich ungewöhnlich politisch. In der Hook bekundet er seinen Support für Palästina, eine Thematik, zu der er sich auch auf Social Media immer wieder äußert und die sogar auf dem EP-Cover aufgegriffen wird. Zusätzlich richtet er sich diesmal aber auch an sein eigenes Heimatland: „Der Staat sieht uns nicht als ein’n Schützling / Er sieht uns als ein importiertes Problem / Du kannst, wie wir uns fühl’n, niemals versteh’n / Sie woll’n uns am liebsten hier nie wieder seh’n“.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Pashanim vereint Deutschrap-Epochen

Überhaupt ist „Tage vor 2000“ nach den zwei eingängigen Hit-Singles „Bagchaser Can“ und „Ms. Jackson“ erstaunlich textlastig und rappig. In den folgenden Songs geht es viel um Kunden, Pakete, die Polizei und das LKA – Szenen von der Straße, die Pashanim in einer lebendigen Sprache ausmalt. Dazu geschickte Referenzen an die eigene Diskographie: „Als Kind viele Fragen wie der Kleine Prinz / Jetzt hol‘ ich neue Karten, hol‘ mir wieder neue SIMs“.

Seinen heutigen Erfolg kontrastiert Pashanim dabei immer wieder mit seiner Jugend. Auf „draußen essen spät schlafen“ rappt er: „2000er-Kids, unsre Abis: Player, Draufgänger / Sony Ericsson, wir hör’n Alpa Gun – Ausländer“. Damit zitiert er eine Deutschrap-Ära, an die man bei seinem modernen Soundbild erstmal nicht denken würde, die Pashanim aber zutiefst verinnerlicht hat.  

Kein Hit-Material

Den einen großen Hit gibt es nicht auf „Tage vor 2000“ – das ist aber auch nicht weiter schlimm. Am Ende sind wir wieder ein bisschen schlauer und haben ein etwas vollständigeres Bild vom „Rockstar aus 61“, von den Kleidern, die er trägt, den Idolen, zu denen er aufschaut und den Überzeugungen, nach denen er lebt. So können wir getrost ins neue Jahr starten und abwarten, bis die Temperaturen wieder höher klettern – schließlich wurde uns dann ein Album versprochen.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.