Neue EP von Majan: „Für jeden aber nicht für dich“
Tequila, Kokain, Krankenwagen – was sich wie der Klischeé-Verlauf einer langen Berliner Partynacht liest, ist tatsächlich die Tracklist von Majans neuer EP „Für jeden aber nicht für dich“ – zumindest ein Teil davon. Bereits im Vorfeld ließen ersten Singleveröffentlichungen vermuten: Majan verabschiedet sich von Soundexperiementen wie in „Brille auf / Kate Moss“ und „Heartbreaks“ und besinnt sich auf seine Wurzeln zurück. Doch wie klangen die eigentlich gleich nochmal? Richtig: Schmerzhaft, jedoch nicht etwa für die Ohren, sondern viel mehr für die Herzen.
Majan ist einer dieser Songwriter, bei denen Leid und Trauer irgendwie niemals langweilig werden. Natürlich kann der Rapper und Sänger auch Gute Laune-Songs schreiben, doch geteiltes Leid ist ja bekannterweise halbes Leid. Also leidet er viel lieber mit uns zusammen, lässt sich das Herz brechen, sammelt die Scherben wieder zusammen und macht daraus eine EP namens „Für jeden aber nicht für dich“.
Neben den bereits veröffentlichten Singles „Krankenwagen“ und dem gemeinsamen Feature mit Schmyt „Panikweiß“ haben es auf die EP vier weitere Songs geschafft, in denen Majan das toxische Großstadtleben und die Zerbrechlichkeit der Liebe besingt. Erwachsenwerden in all seinen emotionalen Höhen und Tiefen. Unterstützung bekommt Majan dabei nicht nur von Schmyt sondern auch von Savvy, mit dem in der Vergangenheit ja ebenfalls bereits der ein oder andere Track entstanden ist.
„Für jeden aber nicht für dich“ ist mit Songs über Drogenexzesse, Liebeskummer, Selbstfindungsphasen und Freundschaft die meiste Zeit keine EP, die sich einfach mal so „weghört“. Song wie „Kokain“ oder der EP Titeltrack „Für jeden aber nicht für dich“ verlangen gehört und gespürt zu werden. Doch sind wir mal ehrlich: Sobald der erste Ton aus Majans Kehle erklingt, hat er uns ohnehin schon in seinen Bann gezogen.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.