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Elias lässt die Bling-Ära wieder aufleben

Schon seit Plus, Minus 2015 stolpern die ersten deutschen Rapper über die Trap-Beats ihrer amerikanischen Kollegen. Erst passierte das noch recht unbeholfen und sperrig oder wurde bei Künstlern wie Moneyboy und Lgoony vom Großteil der Szene belächelt. Aber die Zeiten haben sich geändert, die Hörerschaft wurde jünger und hat Heißhunger auf die neue Welle, die aus den USA herangerollt kommt. Botschafter für den Style aus Übersee gibt es inzwischen schon einige, einer von ihnen ist Newcomer Elias. Obwohl der Rapper beheimatet im tiefsten Ruhrpott ist, hat er die Lebenswelt des amerikanischen Hip Hops aufgesogen wie ein Schwamm. Das resultiert in selbstverständlichem Swagger, den Elias schon mit den ersten Veröffentlichungen 2017 ausstrahlt. Damit weckt er die Aufmerksamkeit von Erfolgs-Produzent Juh-Dee, der in Folge mit Elias zusammenarbeitet. Gemeinsam entsteht die erste offizielle Single „Upgrade“. Musikalischer Drip à la MadeInTYO und Migos mit hypnotischem Flöten-Beat trifft auf einen Look zwischen Colucci und Second-Hand-Nike.

Elias – Upgrade

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Elias switcht in schwindelerregender Geschwindigkeit seine Flows, natürlich hautnah am Zeitgeist, aber ergänzt um eine lyrische Finesse, für die amerikanische Kollegen oft zu viele Substanzen intus haben. Mit seinen Referenzen hangelt sich der Newcomer einmal durch die Geschichte des noch jungen Genres Hip Hop und US-Popkultur ganz allgemein: Die Chick sieht wahlweise aus wie Tinashe oder Rita Ora, der Lifestyle entspricht dem von Footballer Tom Brady, Nostalgie wegen Biggie statt Bushido. Die Vorliebe für Anspielungen und Namedropping dieser Art zieht sich auch durch die nächsten Singles von Elias, dessen junge Karriere spätestenes mit „Shot Clock“ endgültig explodiert – bis heute hat die Auskopplung aus dem Debüt-Mixtape „Flyest Alive“ schon über zweieinhalb Millionen Klicks angesammelt.

Elias – Shot Clock

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Parallel weckt Elias schon früh das Interesse von Summer Cem und KC Rebell, die sowieso eng mit Juh-Dee und seinem Produzententeam verbandelt sind. Die beiden sind so begeistert vom Jungtalent, dass noch 2017 ein erster gemeinsamer Song entsteht und Elias Features für KC Rebells „Hasso“ sowie die beiden jüngsten Alben von Summer Cem liefert. Schließlich haben die beiden Rapper über die Jahre ihrem Sound erfolgreich einen neuen Anstrich gegeben, Songs wie „Bayram“ zeigen, dass Summer Cem kein Stück weniger up to date ist wie sein jüngerer Feature-Gast. Die 808 ist verzerrt, die Uhr iced out und die Message: Flex.

Summer Cem feat. Elias – Bayram

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Obwohl Elias musikalisch so modern unterwegs ist, zeigt er auch zu Genüge, dass er versiert ist, wenn es um die Bling-Ära von Hip Hop geht, die auch von Größen wie Shindy und Rin wieder herauf beschworen wird. In dieser Epoche finden sich schließlich die Vorbilder für seinen Look, der mit Basketball-Jersey und Duraq schon beinahe zum Markenzeichen geworden ist. Dazu kommen Marken, die viele Kollegen mit ähnlichem Baujahr längst nicht mehr auf dem Schirm haben: Pelle, Fubu und nicht zuletzt Jay-Z’s Rocawear. Hova scheint sowieso eine prägende Rolle für Elias gespielt zu haben: Neben den passenden Klamotten nimmt er auch musikalisch Bezug, referenziert Jay’s Alben „Blueprint“ und „Magna Carta“, außerdem baut er den Hit „Izzo“ in seine neueste Single ein. Die nennt sich „Benzo“ und ist nicht nur der erste Song seit dem „Flyest Alive“-Tape, sondern auch das erste Lebenszeichen mit der neuen Label-Heimat Epic Records im Rücken. Den Schritt zum Major bemerkt man vor allem visuell: Die berühmt-berüchtigen Videomacher 100 Black Dolphins lassen Elias vor einem teuren Maybach und cleanem Studio-Hintergrund performen. Damit kommen nostalgische Flashbacks zu den Rap-Videos der Nuller-Jahre auf – wenn diese eben nur in 4K gewesen wären.

Elias – Benzo

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Elias wandelt so mühelos wie auch passioniert zwischen Old School und New School – und vereint beide auch gut und gerne mal mit der Hook von „Benzo“, in der nach Jay-Z’s „Izzo“ auch direkt „Sicko Mode“ von Travis Scott auftaucht. Dabei hat er sich die Bilder-Welt der amerikanischen Pop-Kultur wie kaum ein anderer in Deutschland zu eigen gemacht und wäre da nicht die Sprache, könnte man den Newcomer auch gleich zwischen Kollegen von Übersee einordnen. Trotzdem scheint dieser Stil auch hier Anklang zu finden und wenn es weiterhin so gut für Elias läuft, könnte sich sein Vorhaben fürs kommendes Jahr erfüllen: „2020 dreh‘ ich Runden in ’nem Drop-Top“.

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