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Master Niggel packt Kiel auf die Deutschrap-Karte

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Zum Ende der 90er brodelte im US-amerikanischen Süden rund um die Hotspots Memphis, Houston und New Orleans eine neue Szene, die aus dem bisherigen bipolaren Denken à la Westcoast-Eastcoast herausfiel. Verkörpert durch Crews wie Three Six Mafia oder UGK entstand im Dirty South ein finsterer Trap-Vorreiter: Phonk. Jahrzehnte später gibt es eine neue Generation von Künstlern, die die Einflüsse dieser Zeit neu aufleben lässt. Underground-Legenden wie Bones oder die $uicide Boy$ veröffentlichen unermüdlich obskure Tapes, bepackt mit ratternden High Hats und Triplet-Flow – Stilmittel, die ihren Einzug auch in das Werk deutscher Künstler finden. Newcomer Master Niggel steht kurz vor dem Release seiner Debüt-EP als Solo-Künstler, die verspricht innovative Klänge abseits des klassischen Phonk-Sounds zu bringen. Master Niggel befindet sich gerade erst am Anfang seiner Solo-Karriere, im Hip Hop-Kosmos treibt er sich jedoch schon länger herum. Die musikalischen Anfänge finden sich im Alter von neun Jahren mit einem Schlagzeug – das Fundament für spätere Erfahrungen in Punk- und Grindbands. Im Laufe des Erwachsenwerdens kommt Master Niggel aber auch mit dem Skaten in Berührung, dadurch dann zum Graffiti und schließlich zum Hip Hop. Erste Releases gibt es mit seiner Crew BAF – trockener Sample-Boom Bap, gespickt mit Flows und Punchlines.

BAF – Schluckauf

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2018 veröffentlicht Master Niggel dann ein erstes, semi-offizielles Solo-Projekt. „Archiv001“ präsentiert eine Ansammlung von kurzen, aber atmosphärischen Stücken. Der Boom-Bap wurde längst gegen modernere Klänge ausgetauscht, flächig und mysteriös, dazu spittet Master Niggel die schnellen Flow-Muster, die wir aus Memphis kennen. Den düsteren Gangster-Rap à la Three Six Mafia denkt Niggel aber ein Stufe weiter, verankert seinen Sound darin, ohne sich zu limitieren oder in einer Endlos-Schleife vergangener Klassiker zu verlieren. Mit dem österreichischen Produzent Wandl, der bereits mit Crack Ignaz gearbeitet hat, entsteht der Song „Seife“, der sich mit seinen elektronischen Sounds und den verwaschenen Vocals Genres und Gehör entzieht.

Master Niggel – Seife

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Noch ohne offizielles Debüt klingt Master Niggel bereits gereifter als so mancher etablierter Künstler. Trotzdem geht es jetzt erst so richtig los für ihn: Nach Kollaborationen mit anderen Newcomern wie Jace oder Ali Whales veröffentlicht Niggel jetzt mit „Besser“ die erste Single der kommenden Debüt-EP „Ölgott“. Produzent 2seven liefert ein minimalistisches Beat-Skelett aus rauschigen Samples und 808s, über das Master Niggel mühelos mit Battle-Lines und hypnotischen Adlibs gleitet. Passt – schließlich ist Öl ja sein auserkorenes Element.

Master Niggel – Besser

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