„Was so geht“ – Okan Frei zeigt neue Facetten und blickt zuversichtlich gen Zukunft
Im Oktober letzten Jahres erschien das Debütalbum „U1“ von Sänger Okan Frei. Nachdem er den Rapper Olson einen Monat später auf seiner „Oh Wow“-Tour als Support begleitete, hätte man vermuten können, dass Freis Pensum erfüllt ist. Bis im Mai dann plötzlich „Gilligan“ erschien, ein Song, der seine rapide Entwicklung auf einem reduzierten Stickle-Beat festhält. Denn Okan rappt jetzt und klingt dabei so routiniert, als hätte er in seinem Leben nichts anderes getan.
Okan Frei – Was so geht
https://www.youtube.com/watch?v=ydiDB_qmxIUDoch erst mit „Was so geht“, seinem jüngsten Streich, wird klar, warum ihm diese Entwicklung so leicht gefallen sein muss. Denn Okan nimmt sich nicht einfach nur einen zeitgeistigen Beat und rappt darauf über die aktuellen Rap-Trend-Themata, sondern überrascht mit einem Song, der seinen unterschiedlichen Talenten gerecht wird. Inhaltlich befasst sich der Künstler mit seiner Kindheit in Berlin und – allen Mini-Anekdoten voran – mit Zuversichtlichkeit und Neugier. Dabei lässt er auch seinen Songwriter-Muskel ordentlich zucken: Ob es sein Umzug aus Spandau nach Kreuzberg, die Aussenseiter-Position in der Schule oder etwa die Michael Jackson und 2Pac Referenzen sind, alle geschilderten Eindrücke schlagen wie Bild-Blitze in den Kopf. Im B-Teil des Songs findet eine Veränderung auf Beat- und Stimmungsebene statt und Frei wirkt wesentlich bissiger. Die Zeilen „Mach das hier schon seit ewig/Okan Frei aus dem Käfig/Was du denkst interessiert nicht“ könnte man als symptomatisch für eben jenen Biss in der zweiten Passage bezeichnen. Die Hook ist ebenfalls interessant, denn Okan Frei verzichtet auf den beliebten Autotune-Effekt und verlässt sich weiterhin auf seine sanfte Singstimme. Der fliegende Wechsel zwischen Gesang und Rap wirkt wie der ganze Song: In sich Stimmig, abwechslungsreich und vollkommen mühelos, alles in 02:15 Minuten Spielzeit verpackt.
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