„Ich hasse meine Freunde“ schreibt Gerald Hoffmann – und meint das gar nicht so böse
Der Österreicher Gerald Hoffmann war uns vorher in erster Linie als Musiker bekannt. Unter dem Namen Gerard veröffentlichte er in den letzten Jahren atmosphärische Alben und Songs irgendwo zwischen Rap und Pop. Nun hat er bei Kiepenheuer & Witsch seinen Debütroman veröffentlicht und ihm diesen tollen Titel gegeben: „Ich hasse meine Freunde“. Wer das Buch liest, merkt jedoch schnell: Es ist maximal eine Hassliebe, die den Ich-Erzähler Julian Pichler da bewegt. Eigentlich hängt er nämlich sehr gerne mit seinen Freunden rum – und lässt sich nur zu gerne in eine amüsante Eskalation hineinziehen. Dabei spielen pflanzliche Drogen, verschwundene Bitcoins und ein Sehnsuchtsort namens Bad Gastein wichtige Rollen.
Gerald erzählt diese Story in einem Tempo, dem man sich schwer erziehen kann. Dabei trifft gut abgehangene Mittzwanziger-Orientierungslosigkeit auf naiven Aktionismus, einen Humor, der die Pointen im Vorbeilaufen raushaut und auf Dialoge, die so anfangen, wie man es aus dem eigenen Leben mit seinen besten Freund:innen kennt – bis sie in abenteuerliche Gefilde aufbrechen. Wer Tino Hanekamps Romandebüt „So was von da“ geliebt hat, sollte „Ich hasse meine Freunde“ also unbedingt auch lesen.
Wir haben dem Autor außerdem ein paar Fragen per Sprachnachricht geschickt, die Gerald Hoffmann uns nur zu gerne beantwortet hat.
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