Exklusive Premiere: Anger aus Wien präsentieren ihre verträumte erste Single „Without You“
„Hey ich habe mir einen rosafarbenen Bass gekauft, können wir BITTE eine neue Band gründen in der ich Bass spiele?“Im Spätsommer 2016 begrüßt Nora Pider ihren Freund Julian Angerer mit diesen Worten am Telefon – die Grundlage für die gemeinsame Band Anger war gelegt. Mit verträumten Gitarrenklängen, treibenden Synths und ihren eindrucksvoll harmonierenden Stimmen zelebrieren Anger sphärischen Dreampop, der von der starken Verbindung der beiden zueinander geprägt ist. Über ihre besondere Zweisamkeit erzählt Julian Angerer im Interview: „Ich kenne Nora seitdem wir 12 sind. Ich war ein kleiner ‚Emo Boy‘ und sie war bei den coolen ‚Skater Mädchen‘. Anfangs hat sie mich immer verarscht, dann sind wir Freunde geworden. Jahre später sind wir zusammengekommen. Wir machen fast alles zusammen. Musik machen und kreativ Arbeiten ist unser Ding und wir sind darin beide ziemlich kompromisslos.“ Das kompromisslose Vorgehen von Anger zeigt sich schon darin, wie die Bandgründung vollzogen wurde. Bevor Nora mit Julian telefonierte und ihm den Kauf der rosafarbenen Bassgitarre verkündete, suchte sie nach einem Weg, mit dem Tod ihres Vaters umzugehen. „Mein Vater hat viele Jahre im Chor die zweite Bassstimme gesungen und hat auch beim Sprechen geklungen wie ein Brummbär. Als er vor 2 Jahren gestorben ist, hatte ich das unendliche Bedürfnis seine Bassstimme irgendwie zu ersetzen. Eines Morgens bin ich dann einfach ins Musikgeschäft gefahren und hab mir einen E-Bass gekauft.“
Auf einer Hauswand in der Nähe unseres Proberaumes steht in roter Farbe „Liebe & Wut“Seit der Bandgründung sind Anger fast täglich in ihrem Proberaum im 16. Wiener Bezirk aktiv und bekommen live und im Studio Unterstützung von ihrem langjährigen Freund, musikalischen Weggefährten und Schlagzeuger Bernhard Busetti. Der Proberaum hätte auch einen wesentlichen Einfluss auf die Namensgebung ihrer EP, die noch in diesem Jahr erscheinen soll, gehabt. „Auf einer Hauswand in der Nähe unseres Proberaumes steht in roter Farbe „Liebe & Wut“. Wir sind eines Nachts mal wieder daran vorbeispaziert. Der Schriftzug ist sicher schon einige Jahre lang da, aber wir haben ihn bis dahin nie wirklich wahrgenommen. Wir haben ihn uns dann aber angesehen und gleichzeitig gedacht, dass ‚Liebe & Wut‘ unser Leben und unsere Musik eigentlich perfekt beschreibt.“ Die Verbundenheit von Nora und Julian ziehe sich außerdem durch alle Bereiche der Musik. „Wir sind in den Proben und beim Aufnehmen im Studio direkter zueinander. Vielleicht auch härter und strenger im Umgang, aber dafür umso ehrlicher: Liebe & Wut eben.“

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