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Rammstein-Klassiker neu interpretiert – Balbina lässt „Sonne“ in elektronischen Sounds erstrahlen

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Auf den ersten Blick haben Balbina und Rammstein nicht sonderlich viel gemeinsam. Auf der einen Seite steht Deutschlands erfolgreichste Metal-Band, die mit ihren Hymnen wie „Du“, „Engel“ oder „Keine Lust“ eine ganze Musikbewegung auslösten und für gigantische Liveshows, laute Hooks und die markanten Gitarrenriffs gefeiert werden. Balbina hingegen arbeitet mit experimentellem Elektro-Pop, verliert sich gerne in Soundkonstrukten und verschachtelten Texten. Doch trotz dieser enormen stilistischen Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten, denn beide Acts haben sich einen Namen mit der sonderbaren und eigenen Betonung gemacht, die sowohl Rammstein als auch Balbina einen Widererkennungswert sicherten. Die individuelle Auslegung der deutschen Sprache ist bei den Liedern der Künstler ein essentieller Teil, der den Stil prägt und so scheint es plötzlich gar nicht mehr so weit hergeholt, dass die zarte Balbina einen der größten Rammstein-Hits coverte: „Sonne“.

Balbina – Sonne. Original by Rammstein

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Das Tempo ist um einiges gesetzter und langsamer als man es von Rammstein kannte und auch die laute Gitarren und Drums sollte man bei der Version von Balbina nicht erwarten. Doch neben den Synthesizern wird beispielsweise das düstere Gitarren-Riff des Originals in einen verzerrten Chor umgewandelt, der einen ähnlichen Bruch erzeugt. „Sonne“ durchlebt in der Balbina-Interpretation außerdem mehrere Phasen, in denen sie die Lautstärke variiert und mit den Effekten der dröhnenden Synthesizer spielt. Beim Gesang bringt sie, wie üblich, ein ähnliches Pathos hervor, wie man es auch von Rammstein kennt. Durch die kontrastreiche Betonung vermittelt die Sängerin eine Dringlichkeit, die dem Cover zu Gute kommt. Der Song dient außerdem der als Soundtrack der aktuellen Nike-Kampagne. Der Countdown, der den Song einleitet und immer wieder aufpoppt, fügt sich in das Setting eines Boxkampfes von Zeina Nassar ein, die unter ihrem Kopfschutz ein Kopftuch trägt. Auch abseits des Boxringes kämpft die junge Sportlerin für Haltung und Emanzipation. Der Song fügt sich problemlos in das Szenario ein und die Metaphorik des Countdowns im Rammstein-Song verwandelt sich in dieser Version in einen realen Verweis.

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