Rattenlinie Nord: Turbostaat behandeln in neuem Song ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte
Die Band Turbostaat ist eine Rarität. Seit über 20 Jahren bleibt die Gruppe sich und ihrem Post-Punk treu, veröffentlicht beharrlich Alben, spielt unzählige Konzerte und Stilanpassungen geschehen immer mit dem nötigen Fingerspitzengefühl – wer Turbostaat mag, bekommt eben auch Turbostaat. Über die letzten Jahrzehnte hinweg hat man sich so eine beachtliche Fanbase erspielt, die sowohl im kleinen Jugendhaus, als auch in großen Hallen zu den Konzerten strömt. Überhaupt pflegen die Musiker auch eine ganz besondere Beziehung zu ihrer Fangemeinde. Mit dieser stehen sie lieber auf Augenhöhe und bedanken sich nach jedem Konzert für die Treue, anstatt sich als unantastbare Stars zu präsentieren. Es entsteht eine Gemeinschaft von Menschen, die sich in der gleichen Musik aufgehoben fühlen. Am 17. Januar 2020 veröffentlichen Turbostaat nun ihr neues Album „Uthlande“. Der Begriff Uthlande bezeichnet im Plattdeutschen die vor der nordfriesischen Küste vorgelagerten Inseln, Halligen und Marschen und kann auch als „Außenlande“ übersetzt werden. Dass die Band durchaus mit dem Begriff des Auslands spielt, zeigt sich auch in der ersten Single „Rattenlinie Nord“. Im Song thematisieren Turbostaat das Erstarken rechter bzw. nationalisitscher Tendenzen in Deutschland, allerdings wird die Geschichte vom Ende her erzählt. Was wird passieren, wenn AFD & Co. Deutschland durch ihre völkischen Ideologien an den Abgrund führen? *“Und ich seh euch wieder schleichend, auf der Rattenlinie Nord.“ *
Turbostaat – Rattenlinie Nord
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Der Kontext zu „Rattenlinie Nord“ Turbostaat beziehen sich mit ihrem neuen Song auf ein besonders dunkles Kapitel der deutschen Geschichte: Die „Rattenlinie Nord“ bezeichnet nämlich die Fluchtroute von zahlreichen hochrangigen Nationalsozialisten in Richtung Flensburg im Jahr 1945. Bis zu 3.000 SS-Angehörige konnten bei Kriegsende im Mai 1945 in Flensburg untertauchen, indem Flensburgs Polizeipräsident Hans Hinsch ihnen durch gefälschte Papiere zu neuen Identitäten verhalf. Aus Massenmördern, Killern und Managern des Holocausts wurden so einfache Wehrmachtssoldaten. Viele NS-Verbrecher, die sich nach Schleswig Holstein geflüchtet hatten, wurden später zwar von britischen Kräften gefangen genommen, wer sich aber in Flensburg eine neue Identität zugelegt hatte, konnte oftmals länger untertauchen. Hochrangige NS-Angehörige konnten sich außerdem auf ein Kartell schweigender Mitwisser verlassen und stiegen in der späteren Bundesrepublik in einigen Fällen wieder in Führungspositionen auf. Eine ausführliche Aufarbeitung der „Rattenlinie Nord“ kann zum Beispiel werden.
Turbostaat „Rattenlinie Nord“ Tour – präsentiert von Diffus:
13.02.20 – Jena, Kassablanca 14.02.20 – Köln, Kantine 15.02.20 – Mainz, Kuz 19.02.20 – Hamburg, Markthalle 20.02.20 – Berlin, Festsaal Kreuzberg (Zusatzkonzert) 21.02.20 – Berlin, Festsaal Kreuzberg (ausverkauft) 22.02.20 – Dresden, Tante Ju 03.04.20 – Bremen, Schlachthof 04.04.20 – Düsseldorf, Zakk 05.04.20 – Aschaffenburg, Colosaal 07.04.20 – Marburg – Kfz 08.04.20 – Wien, Werk 10.04.20 – Leipzig, Conne Island 11.04.20 – Rostock, M.A.U. Club 30.10.20 – Hannover, Capitol 31.10.20 – Münster, SputnikhalleTurbostaat über „Nachtbrot“, 20 Jahre Bandgeschichte und neues Material | DIFFUS
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