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Spotlight Österreich: Die fünf spannendsten Künstler

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Dass man mit österreichischen Musikern rechnen sollte ist spätestens seit dem Durchbruch von Bilderbuch, Wandaoder Yung Hurn klar. Doch auch abseits dieser Größen tut sich einiges im Alpenstaat: Neben Gerard, Voodoo Jürgens, Yukno oder Mavi Phoenix, die wir an diversen Stellen und in einer Doku bereits ausführlich vorgestellt haben, präsentiert sich eine Reihe aufstrebender und vor allem aufregender Künstler. In unserem „Spotlight Österreich“ stellen wir fünf von ihnen vor. Hört hier außerdem unsere ausführliche „Spotlight Österreich“ Playlist:

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Leyya

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Als Leyyaim Jahr 2015 ihr Debütalbum „Spanish Disco“ veröffentlichen, beginnt ein bemerkenswerter Erfolgslauf, der bis heute anhält. Marco Kleebauer (nebenbei auch Teil von Ant Antic) und Sophie Lindinger begeistern auf ihrem Album mit schwelgerischer Downtempo-Elekronik, filigran vorgetragene Melodien sowie schweren Beats und schaffen dabei eine Gratwanderung zwischen glasklarer Popmusik und experimentellen Ausflügen. Schnell wird auch ein internationales Publikum auf das Duo aufmerksam, das in der Folge durch ganz Europa tourt und im letzten Jahr schließlich den renommierten österreichischen FM4 Award gewinnt. Am 26. Januar veröffentlichen Leyya nun ihr zweites Album „Sauna“. Im Vorfeld erklärte das Duo bereits, dass sie sich auch nicht ganz vom Klischee des „schwierigen zweiten Albums“ befreien konnten und diese Problematik beim Songwriting durchaus eine Rolle spielte. „Wir haben einfach blöde Ideen konsequenter umgesetzt“, erklärt Marco Kleebauer außerdem und macht damit einen Punkt deutlich, der in den bereits veröffentlichten neuen Singles „Zoo“, „Oh Wow“ und „Drumsolo“ zum Vorschein kam: Leyya gelingt es immer wieder einen Überraschungseffekt in ihre Musik einzubauen.

Flut

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Mit Vokuhila, VHS-Optik und Bomberjacken haben sich Flut2015 in ihrem ersten Musikvideo „Tiefschlaf“ präsentiert. Die Band aus Linz spielt mit der Ästhetik der 1980er-Jahre und es halten Synthesizer und Vocoder Einzug in den Song. Im Frühjahr 2017 haben Flut ihre „Nachtschicht“ EP veröffentlicht. Darauf folgt die Band Künstlern wie Spliff, Minisex oder Steinwolke und transportiert mit sphärischen Klängen, mitreißenden Drums und bombastischen Gitarren die Neue Deutsche Welle ins Hier und Jetzt. Songs wie „Linz bei Nacht“ oder „Splitter aus Glas“ bewegen sich zwischen mitreißendem Stadionrock und nostalgischem Synth-Pop, dabei erzählt das Quintett Geschichten von Raubüberfällen oder Flügen ins All. „Nicht gefragt – Raketenstart!“ rufen Flut beispielsweise im Stück „Sterne“ und passend dazu haben sie auch ihr Musikvideo bebildert: Ein Space-Kontrollraum mit blinkenden Knöpfen, der Aufmacher einer Nachrichtensendung, eine hektische Pressekonferenz und ein eindringlicher Gesundheitscheck kündigen den anstehenden Flug von Sänger Johan Paulusberger ins All an. Unterstützt wird er dabei von einem Team aus Raumfahrern – den übrigen Mitgliedern der Band Flut. Das großartige Video zu „Sterne“ wurde wie schon die vorausgegangenen Clips von der Band selbst konzipiert, Schnitt und Regie übernahm Manuel Hauer. Hier liegt auch der Ursprung von Flut: Angefangen hat nämlich alles mit einem tragbaren VHS Rekorder. Die fünf  Bandmitglieder haben in ihrer Jugend und Freizeit analoge Filme gedreht und sich dabei in die bunte, aber auch dreckige Ästhetik verliebt. Nachdem sie 2017 ihre erste EP veröffentlicht haben, scheinen Flut derzeit an neuem Material zu arbeiten: Auf ihrem Instagram-Kanalsind immer wieder kurze Impressionen aus dem Studio und Proberaum zu sehen.

Molly

Im Jahr 2017 haben Mollyaus Tirol mit „Glimpse“ bereits ihre dritte EP veröffentlicht, eine erste Europa-Tournee gespielt und beim britischen Label Dalliance einen Plattenvertrag unterschrieben. Interessant ist hierbei besonders, dass Dalliance von Rich Walker, dem General Manager des Londoner Labels 4AD betrieben wird – bei 4AD stehen Künstler wie Daughter, SOHN oder The National unter Vertrag. Eine internationale Karriere scheint also vorprogrammiert. Lars Andersson und Phillip Dornauer stehen zu zweit auf der Bühne, spielen dabei allerdings fünf Instrumente – ihre Stimmen rechnen sie hier aus gutem Grund mit ein: In ihrer Mischung aus Shoegaze, Dreampop und Psychrock verweben sich die Vocals mit den halligen Klangflächen zu einem brachialen Teppich, in dem auch experimentelle Noise-Ausflüge nicht fehlen dürfen. Ihre Songs wandeln stets zwischen verträumten Parts und „doomigem“ Post-Rock, die den Zuhörer mit ihrer ungeheuren Intensität sofort aus Zeit und Raum reißen.

Hunney Pimp

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Im Jahr 2017 durfte Rap endlich wieder zwanglos sein: In den vergangenen Monaten brach nicht zuletzt der österreichische Einfluss rund um Yung Hurn, Crack Ignazund das Hanuschplatzflow-Kollektiv längst verkrustete Strukturen im deutschsprachigen HipHop auf. Hunney Pimp ist Wienerin und reiht sich in die Riege jener Künstler ein, denen man den Spaß an der Musik in jeder Zeile anhört. Zunächst veröffentlichte die 27-jährige ihr kostenloses Mixtape „Zum Mond“, auf dem sie über smoothe und trappige Beats wahlweise rappt, singt oder in bester Spoken Word-Manier ihre Gegenwart reflektiert. Inhaltlich spielt sich ihre Musik in einem vergleichsweise engen Kosmos ab, fängt dabei aber maximal authentisch die Lebensrealität einer ganzen Generation ein. Ihr Debütalbum „Schmetterlinge“ veröffentlichte Hunney Pimp im Oktober, darauf präsentiert sie mit viel Poesie, dass sie verwundbar und stark zugleich ist. In ihren oftmals abstrakten Konstruktionen behandelt sie Drogen, Schlaf- und Wachzustand, Realität und Fantasie sowie eine Menge Frust: „Es wird ned besser, je länger man schweigt.“ Wo genau Hunney Pimps Schaffen dabei zu verorten ist, bleibt am Ende des Tages offen. Immer wieder landet die Newcomerin in der schwammigen „Cloud Rap“-Sparte, die szeneintern inzwischen fast wieder als Schmähbegriff gilt. Sich selbst möchte sie gar nicht als Rapperin bezeichnen und überhaupt: Die Nähe zum Pop und RnB ist kaum zu überhören. Hunney Pimp schafft mit ihrem nebulösen Sound den Spagat zwischen Kitsch und Coolness. Verfolgt sie ihren Weg genau so konsequent weiter, könnte sie in den nächsten Monaten schon zum nächsten großen Star werden. Aufmerksamkeit bekommt sie jedenfalls immer mehr: Zuletzt tauchte sie mit einem Refrain in einem Song von Dexter und Ahzumjotauf.

Anger

„Hey ich habe mir einen rosafarbenen Bass gekauft, können wir BITTE eine neue Band gründen in der ich Bass spiele?“Im Spätsommer 2016 begrüßt Nora Pider ihren Freund Julian Angerer mit diesen Worten am Telefon – die Grundlage für die gemeinsame Band Anger war gelegt. Mit verträumten Gitarrenklängen, treibenden Synths und ihren eindrucksvoll harmonierenden Stimmen zelebrieren Anger sphärischen Dreampop, der von der starken Verbindung der beiden zueinander geprägt ist. Seit der Bandgründung sind Anger fast täglich in ihrem Proberaum im 16. Wiener Bezirk aktiv und bekommen live und im Studio Unterstützung von ihrem langjährigen Freund, musikalischen Weggefährten und Schlagzeuger Bernhard Busetti. Der Proberaum hatte auch einen wesentlichen Einfluss auf die Namensgebung ihrer ersten EP, die in naher Zukunft erscheinen soll. So erklären sie: „Auf einer Hauswand in der Nähe unseres Proberaumes steht in roter Farbe „Liebe & Wut“. Wir sind eines Nachts mal wieder daran vorbeispaziert. Der Schriftzug ist sicher schon einige Jahre lang da, aber wir haben ihn bis dahin nie wirklich wahrgenommen. Wir haben ihn uns dann aber angesehen und gleichzeitig gedacht, dass ‚Liebe & Wut‘ unser Leben und unsere Musik eigentlich perfekt beschreibt.“ Die Verbundenheit von Nora und Julian ziehe sich außerdem durch alle Bereiche der Musik. „Wir sind in den Proben und beim Aufnehmen im Studio direkter zueinander. Vielleicht auch härter und strenger im Umgang, aber dafür umso ehrlicher: Liebe & Wut eben.“ Mit ihren zwei veröffentlichten Songs „Without You“ und „Another Love“ präsentieren Anger hoch-emotionale Stücke, die von einprägsamen Gitarrenriffs, intimen Texten, Referenzen an die 80er Jahre und einer düsteren Grundstimmung leben. In ihrer selbstgewählten Genrebezeichnung „Hedonistpopforlovers“ schwinge außerdem eine gewisse Dunkelheit mit, so sagen Anger. „Wir finden, dass eine hedonistische Freude im Schmerz und im Leid liegt. Dieser frönen wir mit melodiösen Gitarren und hauchigen Stimmen. Der Genuss an der Liebe und an der Wut in Einsamkeit und Zweisamkeit.“ 2018 dürfte für das Duo ein äußerst spannendes Jahr werden – ihre ersten Single liefern die beste Grundlage dafür.

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