Knarren, Autos & Frauen: Tarek K.I.Z liefert zu „Bang Bang“ ein waschechtes Rap-Video
K.I.Z sind als Hip Hop-Band für große Kontroversen und Provokation bekannt, von ersten Skandal-Tracks wie „Ich bin Adolf Hitler“ bis zu empörten Schlagzeilen über ihren Auftritt bei „Wir sind mehr“ in Chemnitz. Dabei sind die drei Rapper immer politisch aufgeweckt und humorvoll unterwegs, Eigenschaften, die der Band über die Jahre eine treue Fanbase eingebracht haben. Trotzdem war es Tarek K.I.Z danach, nach fast 20 Jahren gemeinsamer Bandgeschichte danach, die überspitzte Gesellschaftskritik zumindest temporär gegen privatere Inhalte auszutauschen . So ist sein erstes und vielleicht auch letztes Solo-Album „Golem“ entstanden, dass am 31. Januar erscheinen soll. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Projekt das emotionale Innenleben und die Schattenseiten von Tarek zeigen wird, ohne Ironie-Ebenen, mit moderner Instrumentierung und viel Gesang. Das versprechen Songs wie „Ticket hier raus“ oder „Kaputt wie ich“, deren melancholischer Sound mit Bildern von einem dramatischem Unfall und einem Dystopie-Szenario visualisiert wird, die genauso auch über die Kinoleinwand flimmern könnten. Aber auch der amüsante Song „Nach wie vor“ kommt mit einem durchdachten Videokonzept und entsprechenden Schlagzeilen daher: Zum beschwingten Autotune-Gospel legt Tarek K.I.Z auf brutale Weise eine Trio um, das verdächtig an die AfD-Spitze erinnert – enur als Kill Bill-Hommage, versteht sich. Aber auch hier findet mit der Referenz an den Filmklassiker wieder eine umfangreiche Inszenierung statt. Da ist das neueste Machwerk des Rappers in gewisser Weise ein Bruch, denn „Bang Bang“ zeigt die drei Elemente, die jedes Hochglanz-Hip Hop-Video auszeichnen: Knarren, Autos, Frauen.
Tarek K.I.Z – Bang Bang
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Tarek hat es schon im großen Interview bei uns klar gemacht: „Golem“ wird ein emotionales, persönliches Album. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und so verirren sich auch einige K.I.Z-Momente auf das Projekt – wie die neueste Single „Bang Bang“. Das zeigt sich neben der provokativen Hook vor allem in genau so grenzwertigen Zeilen wie „Mein Steak hatte ein besseres Leben als du“oder „Trink ein Glas von Angela Merkels Muttermilch“. Viel Spaß mit dem Kopfkino. Diese hochkulturelle Dichtung wird zeitgeistig vertont: Wuchtige Bässe, Dancehall-Rhythmen, die verspielten Gitarren sind afrikanisch eingefärbt. Wo Tarek inhaltlich mit den weitestgehend emotionalen Themen der bisherigen Singles bricht, gibt es auch visuell etwas Neues: Statt komplexen Konzepten gibt es ein nicht weniger aufwändiges Video, das mit einem Augenzwinkern klassische Hip Hop-Inszenierungen zeigt: Tarek posiert vor einem schicken Wagen, umgeben von zwei Damen mit Pelzmänteln und vergoldeten Wummen – mehr RAP geht nicht. Wer mehr über „Golem“ und die Entstehung des Albums wissen möchte, sollte sich hier unser großes Interview mit Tarek K.I.Z anschauen.
Tarek K.I.Z. im großen Videointerview mit Yannick Niang
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