Tua zeigt mit „System“ die elektronische Seite seiner Musik
Tua hat eigentlich fürs erste genug abgeliefert. Nicht nur ist sein erstes großes Solo-Album nach zehn Jahren, das selbstbetitelte „Tua“ absolut großartig, selbiges trifft auch für das Album „Orsons Island“ mit seiner Crew zu. Aber Tua ist nicht nach Verschnaufpause, schon im September veröffentlichte er ohne Vorwarnung zwei weitere Tracks. „Legenden“ und „Früh genug“ klangen wie die Kehrseiten einer Münze, ein treibender Beat auf der einen, experimentelle Gitarren-Sounds auf der anderen Seite. Den beiden Songs fügt Tua jetzt mit „System“ einen weiteren hinzu und damit auch eine weitere Facette seiner musikalischen Bandbreite.
Tua – System
Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.
Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.
„System“ entstand auf der aktuell laufenden Orsons-Tour, das hat Tua auf Instagram verraten. Schnell im Backstage zusammengebastelt klingt der Track allerdings keineswegs. Kalte Synthesizer und gepitchte Trance-Vocals fesseln uns von Anfang an mit ihrer verspielten Melodie, ein Flashback zu den flackerden Lichtern der großen 90er-Raves. Tuas Faible für diese Szene ist nichts neues: Schon auf dem Klassiker „Grau“ präsentierte er seine Techno-Einflüsse, diesmal nimmt er sich die großen Trance-Hymnen dieser Zeit vor. Auch inhaltlich schaut Tua zurück, zu allen Leute, die nicht an seine Ambitionen glauben wollten. Nach all den Rückschlägen in seinem Leben befindet sich Tua gerade auf einem triumphalen Höhenflug und fragt sich, was die Bekannten von früher wohl machen, in ihrem bequemen und doch so begrenzten „System“. Neben all der Verachtung ist der Song aber auch ein Dank an genau diese Menschen: Sie haben Tua geformt, er ist alles, was sie nicht sind.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.