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Tyler, The Creator: Von der einstigen Skate-Rap-Ikone zum einflussreichen Popstar

Posted in: Features

Dank Tyler, The Creators striktem zwei Jahres Release-Rhytmus, konnten wir auch dieses Jahr auf ein Album hoffen. So war es dann auch. Mit „Igor“ veröffentlichte der 28-jährige Amerikaner sein mittlerweile fünftes Studioalbum (beziehungsweise sechstes Werk). Dabei beginnt seine spannende Karriere schon sehr früh. 1991 wird der heutige Superstar als Tyler Gregory Okonma geboren und wächst ohne Vater in Los Angles auf. Im Teenageralter beginnt er mit der Produktion von eigenen Songs und lernt in dieser Zeit seine späteren Bandkollegen kennen. 2007 gründet er mit einigen Homies die elfköpfige Skate-Rap-Crew „Odd Future Wolf Gang Kill Them All“ und entwickelt sich über die Jahre zum Kopf der Clique. In Eigenregie bringen sie innerhalb von zwei Jahren über zehn Alben, EPs und Mixtapes heraus, die sie allesamt zum kostenlosen Download bereitstellten. Zwei Jahre später veröffentlicht er mit „Bastard“ sein erstes Mixtape und steuert neben den Beats auch das Artwork zum Release bei. Darauf präsentierte der damals 18-jährige Themenkomplexe wie Vergewaltigungsfantasien, Homophobie oder Blasphemie. Auf der einen Seite hochgelobt und gefeiert, wird er auf der anderen Seite auch „zerrissen“ und kritisiert. Das alles verpackt in düstere Produktionen.

Tyler, The Creator – New Magic Wand

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„Wir rappen über den Scheiß, der uns als erstes einfällt. Ich interessiere mich für Serienmörder und so, also rappe ich zur Zeit darüber.“, erklärte er in einem Interview. Der Blueprint war gelegt. Trotz Gegenwind stieg der Bekanntheitsgrad von „Odd Future“ in den vergangen Jahren immer mehr und Tyler, The Creator wurde zur Leitfigur einer aufstrebenden neuen Rap-Generation. Das merkte er auch selbst und schmiss darauf sein Filmstudium, um sich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren. Der Durchbruch soll Tyler dann ein Jahr später mit seinem Solo-Debüt „Goblin“ gelingen. Der erste Vorbote „Yonkers“ wird zum YouTube Hit und Tyler steigt zu einem abgefeierten Szeneliebling auf. Im kuriosen Video zu „Yonkers“ schluckt der Amerikaner eine Kakerlake, kotzt sie wieder aus und hängt sich anschließend auf. Für viele geschmacklos, für Kanye West das beste Video des Jahres. Tyler ist angekommen, er chillt mit seinen Idolen und kann von seiner Musik leben. All das verarbeitete er auf seinem 2013 erschienen Werk „Wolf“. Samt Frank Ocean und Pharell Williams Feature lieferte Tyler ein vertontes Lebensgefühl: Der junge Amerikaner war endgültig angekommen.

Tyler, The Creator – Puppet

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Zwei Jahre später geht er mit seinem dritten Studioalbum „Cherry Bomb“ zurück zu seinen Anfängen: Er huldigt in den dreizehn Songs seine eigenen musikalischen Einflüsse. Ein Album voller Soul, Jazz, Punk und HipHop-Referenzen, welches an Sperrigkeit kaum zu überbieten war. Er blieb sich wieder seiner unvorhersehbaren Art treu. Genau das setzte Tyler mit dem 2017 erschienen „Flower Boy“ fort. Schon vor der geplanten Veröffentlichung war das Album in den Weiten des Internets zu finden und erstmals wurde Tylers Klang nicht zum Diskussionsmittelpunkt, sondern seine gerappten Zeilen. Auf „Flower Boy“ outet sich der Musiker als homosexuell und das ausgerechnet als er in vielen Kreisen als homophob galt. Tyler spielte seit Jahren mit dem Themenkomplex und ließ damit wieder seine Genialität durchblicken. Auch die Promophase zu seinem neusten Werk „Igor“ ist „Tyler-like“ natürlich auch nicht Standard. Anfang Mai kündigte Tyler mit einem Instagram-Post sein fünftes Studioalbum an und teilte direkte zwei Cover mit seinen Fans. Im Anschluss veröffentlichte er in den folgenden Wochen kurze kunstvolle Clips und teaserte mit diesen die Tracks des neuen Albums an.

Tyler, The Creator – Earfquake

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„Igor“ ist eine vertontes Manifest von Tylers diversen Denkstrukturen. Mal präsentiert er Songs im tanzbaren Klang-Korsett, dann zerstört er seine aufgebaute „Eingängigkeit“ mit experimentellen Stilbrüchen. Neben Kanye West oder Lil Uzi Vert sind auch Playboi Carti, Al Green, und Cullen Omori in den Credits zu finden. Manche von ihnen „nur“ als Co-Writer, andere als nicht gelistete Feature-Gäste. So ist Kanye beispielsweise im Song „Puppet“ zu hören. Das sechste Werk (fünftes Studioalbum) des Amerikaners wird das schaffen, von welchem viele andere Künstler träumen: Die zwölf Songs werden auch noch in einigen Monaten spannend sein und gehört werden, egal ob einzeln in Playlists oder als Gesamtwerk. Tyler war schon vor „Igor“ im Rap-Olymp angekommen, doch festigt er seine Stellung mit seinem neuen Werk ungemein. Er hängt mit dem Kardashian-Jenner Clan, seine Marke „Golf Wang“ ist keine belangloser Merch, sondern Statement und seine Musik eine Lebensgefühl. Tyler entwickelte sich vom einstigen Szene Hype Skate-Rap-Kid zum gefeierten und einflussreichen Popstar und das ohne sich selbst zu hintergehen.

Tyler, The Creator – Igor

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