Vandalismus im Videointerview: „Gloria & Schwefel“, politische Texte und Samples aus Filmen
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Egal ob als Vandalismus, Disko oder Destroy Degenhardt: Der Namens-Alliterationen liebende Punk-Rap-Künstler ist seit zehn Jahren Teil des deutschen Underground-Hip-Hops und versorgt die Szene regelmäßig mit reißerischen Texten und nerdigen Verweisen auf aktuelle und vergangene Popkultur. Doch vor mehreren Monaten verabschiedete sich der Düsseldorfer von seinem Alter Ego „Degenhardt“ und begann als Vandalismus ein neues Kapitel. Dabei trauert er seiner vergangenen Identität aber nicht hinterher, sondern begrüßt die Entwicklung hin zu einem neuen Selbst: „Ich würde jetzt nicht bereuen oder nichts anders machen, aber Entwicklung ist auch gut. Deswegen ist es jetzt auch ein bisschen anders.“
Wie „anders“ Vandalismus jetzt klingt, bekommen wir auf seiner neuen Platte „Gloria & Schwefel“ zu hören. Erste Einblicke lieferte der Künstler schon durch zuvor veröffentlichte Singles wie „Maskulina“, „Benzin und Farbe“ oder „Schrottplatz der Kuscheltiere“. Darin zeigt sich der Düsseldorfer zwar gewohnt ehrlich und direkt, spricht aber vermehrt über Themen, die ihm selbst wirklich am Herzen liegen und gesellschaftlich besonders relevant sich: „Früher habe ich mich mit dem Degenhardt-Ding sehr stark immer um mich selber gedreht. (…) Also ich war schon immer der politische Mensch und hatte schon immer eine Meinung, aber ich habe einfach keine Songs drüber gemacht.“Besonders deutlich wird das in der Single „Maskulina“ in der sich Vandalismus mit toxischer Männlichkeit beschäftigt. Dabei will er aber nicht erzieherisch den Zeigefinger heben, sondern auf eine persönliche Art und Weise auf das Thema hinweisen.
Auch auf die Auseinandersetzung mit problematischen Künstler-KollegenInnen legt Vandalismus großen Wert. Dabei stimmt der Musiker zwar in der Regel dem Mantra „Kunst muss nichts“ zu und unterstützt die künstlerische Freiheit, betont aber im Videointerview den kritischen Umgang mit KünstlernInnen und deren Musik: „Du kannst schon alles machen als Künstler (…) und das muss auch okay sein. Wichtig ist nur was daraus passiert: Wie gehen die Medien damit um? Wie gehen andere Hörer damit um? Das ist das Entscheidende!“
Eines hat sich in der seit der Zeit nach „Degenhardt“ für Vandalismus definitiv nicht geändert: Er macht nur das, worauf er Bock hat. Dazu gehören auch die Filmzitate, die der Undergroud-Rapper gern geschickt in seine Songs einbaut. „Dieses Sprach-Sample-Ding war mir schon immer mega wichtig, weil ich es einfach immer mega gefeiert hab!“, erklärt er im Interview, „Heutzutage geht das natürlich sehr viel leichter!“Und so kommt es auch im Hause Vandalismus ab und zu vor, dass der Netflix-Abend unterbrochen werden muss, das Ben & Jerry‘s zur Seite geschoben und das neue Intro für einen kommenden Vandalismus-Track aufgenommen wird.
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