Videopremiere: Children tauchen ein in den „Dschungel“ von Berlin
Für Eltern, Kinder und Haustiere ist die ländliche Provinz die reinste Idylle. Sobald man aber das knifflige Teenager-Alter oder erst die 20er erreicht, erkennt man langsam Grenzen was Karriere und Selbstverwirklichung in diesen Gefilden angeht und viele treibt es weg. So auch die beiden Freundinnen Steffi Frech und Laura Daede, die gemeinsam seit 2012 als Children Musik veröffentlichen. Dieser Name ist Programm, denn Steffi und Laura kennen sich schon seit Kindertagen und wagten vor 10 Jahren den gemeinsamen Schritt in die pulsierende Großstadt – nach Berlin. Ein ganz neues Umfeld, das erst so rau und fremd erscheint, aber inzwischen Heimat für die beiden Freundinnen geworden ist. Hier entsteht ihre Musik zwischen Indie-Pop, Synthesizer-Klängen und experimentellen Spielereien, mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Dabei geht es um Liebe in einer schnelllebigen, digitalen Zeit, um jugendliche Nostalgie und die berauschende Hauptstadt – der sie jetzt mit „Dschungel“ eine Hommage und die nächste Single für ihr kommendes Album „Hype“ (erscheint am 31. Januar 2020) widmen.
Children – Dschungel
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Berlin bedeutet für Children vor allem Freiheit. Freiheit, sich nach Lust und Laune verwirklichen und ausdrücken zu können, aber mit den mahnenden Mauerüberbleibseln ist die Stadt auch Sinnbild für eine geographische Freizügigkeit, die zu Zeiten der Teilung noch undenkbar gewesen wäre. Seit diese Isolation weggefallen ist, ist Berlin ein Schmelztiegel jeglicher Kulturen und Stile – und das hört man „Dschungel“ an. Der Song läuft mit einem gesprochenen Sample an, dazu kommt eine durchdringende, effekt-beladene Flöte und dann mit rumpelnder Perkussion ein Bruch. In der Strophe rennen Steffi und Laura durch einen Wald, mit satten Bass-Noten als musikalischen Eckpfeilern im ruhigen Indie-Pop. Die beiden sind aufgetakelt mit aufwändigen, kostümartigen Kleidern und Schminke, von beidem befreien sie sich während ihres Laufs. Die eingängige Hook füllt den Sound an mit Synthesizern und Gitarren, die dem Aufbruch in den „Dschungel“ der Großstadt gerecht werden. Dort kommen sie langsam an, ihr Weg führt sie vorbei am Sowjet-Denkmal in Treptow, bis sie schließlich am U-Bahnhof Alexanderplatz ankommen – barfuß, in schlichter weißer Kleidung, reingewaschen von äußeren Konventionen.
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