Videopremiere: Erlend Øye & La Comitiva präsentieren in “Paradiso” auf sanfte Weise großen Pop
Erlend Øye hat sich noch nie auf ein Genre oder ein Projekt festlegen lassen. In den späten 90ern gründet er erst das Pop-Duo Kings Of Convenience mit einem Schulfreund, 2003 kommt dann aber auch schon sein Solo-Debüt “Unrest” und nur ein Jahr später seine House-Compilation für die DJ-Kicks-Serie. Das sind nur einige der vielen Stationen in Erlends Musiker Dasein, alle aufzuzählen würde wohl den Rahmen sprengen. Hervor zu heben ist allerdings ein Punkt: 2013 veröffentlicht Erlend Øye den Song “La prima estate”, auf dem er erstmals in der Sprache seiner Wahlheimat Italien singt. Für das folgende Reggae-Album “Legao” wechselt Erlend wieder zu Englisch und so findet “La prima estate” erst jetzt mit “La paradiso” einen Nachfolger im Geiste. Song wie auch Video handeln von Siracusa – einem kleinen, malerischen Städtchen in Italien, mit einem Schicksal, das viele andere Städte seiner Art teilen. Denn heutzutage sind sie mehr denn je vom Wegzug betroffen: Die jungen Leute verlassen nach der Schulzeit ihre Heimat, um in der Ferne, in den Metropolen Europas wie Rom, Paris und Berlin ihr Glück zu suchen. Im Sommer kommen sie zu Besuch, gemeinsam mit tausenden Touristen und die alten Straßen sind mit Leben gefüllt – aber nur solange die Sonne scheint und die Menschen Ferien haben. Das Video zeigt die jungen Leute, wie sie von jetzt auf gleich verschwinden, wo doch die ganze Schönheit Siracusas vor ihnen ausgebreitet liegt. Und Erlend fragt von einem Hausdach, begleitet von einem Chor: Warum ist das Paradies nicht genug?
Erlend Øye & La Comitiva – Paradiso
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Die musikalische Unterstützung für “La paradiso” könnte in Form von La Comitiva kaum passender sein. Schließlich stammen die drei Musiker der Gruppe selbst aus Siracusa und haben noch dazu Live-Erfahrung mit Erlend Øye in Südamerika gesammelt. Sie sorgen mit ihrer instrumentalen Begleitung dafür, dass “La paradiso” wie eine Fusion aus einer authentischen Live-Session und dem Soundtrack einer finalen Filmszene klingt. Der Song fährt mit gezupften Gitarren, Streichern, Klavier und später sogar Bläsern eine große instrumentale Bandbreite auf – aber lässt dabei Platz für die sanfte Stimme von Erlend. Er trägt ein kleines Augenzwinkern in seinem Gesang und auch in seinem Auftreten im Video. Und trotzdem: “La paradiso” ist in die sanfte Melancholie eines Abschieds getaucht, der bis zum nächsten Sommer andauern wird.
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