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Videopremiere: In “Smoked Out Loced Out” machen Gaddafi Gals aus Memphis-Sound ein Mantra

Posted in: PremierenFeatures

Die Gaddafi Gals sind mysteriös, so viel steht fest. Das beginnt bei ihrem kontroversen Namen, für den man nirgendwo eine wirkliche Erklärung findet und setzt sich in ihren sparsam gestreuten Interviews und kryptischen Musikvideos fort. Vielleicht ist es gerade dieses Rätselhafte, Obskure, was das Trio so spannend macht und sich auch in ihrem Sound wieder findet. Schließlich kommen die Mitglieder des Projekt aus ganzen verschiedenen Ecken des Musik-Kosmos: blaqtea ist auch als Ebow bekannt und im politischen Rap aktiv, slimgirl fat war schon Teil der Band Nalan381 und ist eher im Indie- und Pop-Bereich beheimatet, während walter p99 arke$tra (der Boy zwischen den beiden Gaddafi Gals) Underground-Beats im Style von Memphis-Legenden wie Three Six Mafia produziert. Zusammen ergibt das eine Mischung, die man erstmals 2017 auf der ersten EP “The Death Of Papi” zu hören bekam. Von der ersten Sekunde an merkt man: Die Gaddafi Gals lieben Samples, Beats wie aus einem Horror-Soundtrack und beweisen bei all dem in Songs wie “Fila” noch eine unterschwellige Haltung. Das neue Album „TEMPLE“ will am 27. September den Soundentwurf der Gaddafi Gals noch weiter auf die Spitze treiben. Das kündigen schon “Hit On Me” und die Doppel-Single “Skimask/Mitsubishi” an, mit “Smoked Out Loced Out” veröffentlichen sie jetzt ein Musikvideo zu einem ihrere experimentellsten Songs bis dato.

Gaddafi Gals – Smoked Out Loced Out

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Auf erste, spannungsvolle Intro-Klänge folgt eine düstere Begrüßung: „Ladies and gentlemen, welcome to violence!“. Hier zeigen die Gals wieder ihre Vorliebe für mysteriöse Samples, in diesem Fall aus dem amerikanischen Film “Faster, Pussycat! Kill! Kill!”. Aus dem Film entnehmen sie nicht nur diese bedrohliche Ansage, die wir immer wieder hören, sondern auch gleich den Klang eines verstaubten Klaviers – gemeinsam erzeugen diese Sound-Puzzleteile eine düstere, beklemmende Stimmung. Der nächste Baustein ist ein Sample im Stil der Memphis-Legenden Three Six Mafia, das immer wieder gelooped wird, erst dann setzt der eigentliche Beat ein, wuchtige Drums, die am Sampleteppich entlang stolpern. Ihre eigenen Stimmen weben die Gaddafi Gals genau so subtil in diesen Teppich ein wie jedes andere Element – hohes Summen, kurze Schreie, mal in den Beat eingebettet, mal darüber, aber noch kein klarer Gesang oder Rap. Die Wirkung ist eine Trance zwischen Horror-Sound à la Three Six Mafia und dem weltoffenen Klang von MIA. Erst nach 2 Minuten eröffnet blaqtea einen Rap-Part – aber auch dieser bleibt kurz, ein Mantra, das wiederholt wird und dann erneut Platz für mystische Gesänge macht. Zu dieser Sound-Welt der Gaddafi Gals passt auch die kryptische Ästhetik des Videos: Wir sehen Aufnahmen der Gruppe in einer amerikanischen Szenerie, zwischen U-Bahn-Stationen, nächtlichen Landstraßen und Krähenschwärmen, bevor die Bilder sich zwischen digitalen Mustern verlieren. Spätestens „Smoked Out Loced Out“ macht klar: Mit „TEMPLE“ streben die Gaddafi Gals kein traditionelles Rap- oder R&B-Album an. Im Gegenteil, sie haben Ambitionen sich aus hypnotischen Sample-Loops und Mantra-Gesängen einen eigenen Tempel zu bauen.

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