Videopremiere: Mit düsterem Elektro-Pop verhandelt Geistha in „Pleasures“ Exzess und Begierde
Seit Anbeginn der Zeit ist der Mensch verängstigt wie auch fasziniert von der Dunkelheit. In unserer heutigen Gesellschaft mit ihren Städten, die immer hell erleuchtet bleiben, gilt das vielleicht mehr denn je: Die finstere Kellertreppe, die es bis zum Lichtschalter zu überwinden gilt, die eigentlich harmlose Abkürzung durch den Park, Momente, die uns mit unserer Urangst konfrontieren. Trotzdem können wir uns dieser Mystik der Dunkelheit auch nicht entziehen, machen sie zum Thema von Kunst, Lyrik oder eben Musik. So erforscht auch der/die non-binäre SängerIn und ProduzentIn Geistha 2018 mit einer ersten Ansammlung an Songs die Finsternis, macht sie zur ungreifbaren musikalischen Grundstimmung und zur inhaltlichen Metapher. Dieser Zyklus nennt sich „D‘Ark“, pumpt mal drückend und technoid oder hüllt uns in weite Future-Bass-Flächen, verbunden durch atmosphärischen Einsatz von Stimme und Synthesizern. An diesen Elektropop-Sound will Geistha jetzt mit seiner EP „Sins“ anschließen und dabei die Dunkelheit mit Motiven wie Begierde, Sexualität und Exzess verbinden. Dieser verwandte Themenkosmos springt uns auch auf „Pleasures“, der ersten Single des neuen Projekts, sofort ins Auge – mit viel nackter Haut.
Geistha – Pleasures
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Ort des Geschehens für Geisthas erotisch aufgeladene neue Single ist musikalisch die Tanzfläche. Geistha empfängt uns mit einer clubbigen Bass-Line, variiert das klassische Four-To-The-Floor mit angedeuteten Dancehall-Rhythmen und erforscht Sexualität und Drogen-Exzess als Zwischenraum von Schatten und Licht. Die Suche nach dem persönlichen Gegenstück inmitten von tanzenden Silhouetten und Scheinwerfer-Licht – ein Motiv, das immerwieder durch „Pleasures“ echot und in der Hook ein erfolgreiches Ende findet: „Bodies collide, in the heat of the night“. Gleich darauf bereichert Geistha die elektronisch pulsierende Atmosphäre um schattenhafte Streicher-Arrangements und baut den Beat immer wieder zur zentralen Hook hin auf. Das Video dazu fängt den besungenen Rausch auch visuell ein: Wir sehen nackte Körper, nur aufs nötigste mit Tape abgedeckt, und werden Zeuge von Berührungen, die so flüchtig wie auch sinnlich sind. Die Szenerie wird angestrahlt in Blau und Rot, eine Bipolarität, die sich bei Geistha durch Musik und Inhalt gleichermaßen zieht: Licht und Dunkelheit, Rausch und Absturz, Zärtlichkeit und Begierde – Gegensätze, die sich bedingen.
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