Videopremiere: Die Indie-Band Golf meldet sich nach vier Jahren mit der Single „Angst vor der Liebe“ zurück
Wer deutsche Texte steif findet und denkt, dass Indie-Musik immer eine Gitarre haben muss, hat noch nie Golf gehört. Die Kölner Band veröffentlichte 2016 ihr Debüt-Album „Playa Holz“ und präsentierte einen Indie-Entwurf, der so funky, so bunt poppig und doch abstrakt war, dass es beinahe schon verboten gehört. Das Projekt war mit Sicherheit kein gigantischer Mainstream-Erfolg, wurde aber dafür im Feuilleton in den Himmel gelobt und sorgte dafür, dass dem Quarttet aus Köln Tür und Tor in der deutschen Musiklandschaft offen standen. Aber diese Chance ließen Golf verstreichen. Stattdessen tauchte die Band vier lange Jahr aus dem Rampenlicht ab und ließ auch musikalisch nichts von sich hören. Für Fans, die schon Angst um das Fortbestehen von Golf hatten, haben wir an dieser Stelle gleich mehrere gute Nachrichten: Die Jungs machen weiterhin Musik, sie haben eine EP gebastelt, die am 25. September das Licht der Welt erblicken soll und sie haben eine erste Single am Start, die heute bei uns Premiere feiert: „Angst vor der Liebe“.
Golf – Angst vor der Liebe
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Schon nach den ersten Sekunden von „Angst vor der Liebe“, oder auch „3", wie der Song in der EP-Tracklist heißt, wird klar: Golf sind ihrem Sound und ihre Ästhetik treu geblieben, ohne zu stagnieren. Eine funky Bassline trifft auf elektronische Synth-Pop-Elemente, dazu abgespacete Echoes, die durch den Song hallen, und natürlich die Performance von Sänger André, die ein kleines bisschen in Richtung Neue Deutsche Welle abgedriftet ist. Obwohl der Song so groovy ausfällt, sorgt der Text für eine beklemmende, angespannte Atmosphäre: "Nur weil man verlieren kann, fang ich gar nicht an/ Verachte immer das, was ich nicht haben kann". Die eigentliche, titelgebende Bekenntnis, die da hinter steckt, wird dann zur Hook: "Ich hab' Angst vor der Liebe", dazu rhythmische Cowbells und Synthesizer, als wäre das ein Grund zum Feiern. Paradoxerweise sehen wir parallel dazu die Bandmitglieder in einem seelenlosen Büro-Setting, mit Flipcharts, Headsets und Kopierern, wo sie wie ferngesteuert ihren Aufgaben nachgehen. Im Lauf des Videos werden die Protagonisten auf eine Firma aufmerksam, die einen außergewöhnlichen Service anbietet: Nach verschiedenen Test werden die Probanden verkabelt und in einen virtuellen Raum "hochgeladen". Hier löst sich ihre triste Büro-Uniformen und die vier Jungs schweben wie unter Wasser auf der Stelle – ein offenes Ende, das die Zuschauer selbst deuten müssen, und ein gelungener Auftakt für die "Rave On"-EP, mit der wir im September endlich noch mehr Material von Golf erwarten können.
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