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Videopremiere: Helgen besingen in „Tschüss“ die Notwendigkeit des Abschieds

Posted in: PremierenFeatures
Tagged: Helgen

„Was ist mein letztes Wort, was ist mein letztes Lied? Wann ist das letzte Mal dass ich dich seh‘ dass es mich gibt?“ hinterfragen Helgen die Umstände ihrer eigenen Endlichkeit mit der Bitte, dieser nicht alleine entgegenblicken zu müssen, denn große Blockbuster und romantische Erzählungen haben ihre HeldInnen selten sich selbst am sprichwörtlichen Sterbebett überlassen. Stattdessen gilt es kurz vor dem Ableben noch einmal bedeutende Worte zu finden, ein ausgesprochenes Überbleibsel, an dem sich Überbliebene bis zu ihrem letzten Satz laben können. Plötzlich fragt man sich „Was ist mein letztes Wort, was ist mein letztes Lied“, als wären die schier unzähligen, vorangegangenen Worte und Lieder ungültig geworden. Anstatt aber die menschliche Endlichkeit mit den gängigen Worten „Tod“ oder „Sterben“ zu versehen, beweist sich die Band in euphemistischen Umschreibungen wie „dann geht das Licht aus“ oder „vielleicht fällt auch Weltraummüll auf dein Haus“ und stellt trotz der eindringlichen Bitte um einen letzten Anruf, die Unberechenbarkeit des Endes in den Vordergrund. Vielleicht ergibt sich besagte Tragik der Abschiedssituation gar nicht vorrangig aus dem plötzlichen Bewusstsein für menschliche Endlichkeit, sondern vielmehr aus der großen Möglichkeit, diese letzte Situation zu verpassen.

Helgen – Tschüss

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