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Videopremiere: Kaiba macht in „Overdose“ den Berliner Untergrund unsicher

Posted in: PremierenFeatures
Tagged: Kaiba

Fragte man Kaiba nach seinen musikalischen Einflüssen, hätte in dieser Aufzählung sicher amerikanischer Untergrund-Rap seinen Platz, die oft vorschnell getätigte Annhahme aber, dass auch er selbst aus Amerika kommt, ist damit nicht gerechtfertigt. Zugegeben, Delmenhorst bei Bremen, hätten wahrscheinlich denkbar Wenige als erste Vermutung ausgesprochen, wir sind hiermit eines Besseren belehrt. Auch in einer musikalisch eher selten auf die Karte gebrachten knapp 80.000 Einwohner Stadt, kann in den eigenen vier Wänden eine mystisch aggressive Klangwelt entstehen, zumindest kann Kaiba das. In einer Zeit, in der der traditionelle Begriff des Musikgenres permanent aufgebrochen und grundsätzlich in Frage gestellt wird, triff Kaiba mit seiner Idee, auf Hip Hop-Beats zu screamen, den Nerv der Zeit. Er selbst bezeichnet den neu kreierten Musikstil als „New H“, einen Sound, der Schubladen überflüssig macht. Doch bevor es dazu kam, probierte sich das Nachwuchstalent in Sachen Hardcore und Metal aus: in verschiedenen Bands sammelte er erste Live-Erfahrungen und tobte sich so lange im besagten Genre aus, bis er irgendwann Trap und HipHop für sich entdeckte.

Kaiba feat. Chief Keef – Overdose

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Aus der neugewonnenen Inspirationsquelle entstand mit „Overdose“ ein viraler Hit, der mit seinen wilden Screams, saftigem Bass und donnernden 808s kurzerhand TikTok eroberte. Heute knüpft er an den Erfolg an und bringt eine neue Version des Tracks heraus. Dafür schnappte er sich mit Chief Keef einen Feature-Gast, der „Overdose“ eine Prise amerikanischem Drill einflöst. Doch nicht nur der Feature-Part ist neu, 2020 bekommt der Hit endlich das Musikvideo, das es verdient hat. Passend zu Kaibas Untergrund-Status, wird eben jener auch im zugehörigen Video zelebriert. Mit der eigenen Crew in Berliner U-Bahn-Stationen, bengalisches Feuer, knallende Leutreklamen, – „Overdose“ eben.

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